Kostenrechnung im Zuckerrübenanbau
(KORA)

Anhang: Katalog der nicht betriebsspezifischen Daten für die Produktionskostenberechnung im Süddeutschen Zuckerrübenbau

Stand: 1998

1. Lohnkosten

Ständige AK

Stundenlohn - Lohngruppe 7 gültig ab 1.1.1997 17,86 DM
Lohnnebenkosten ab 1.1.1997
Sozialabgaben (Arbeitgeberanteil)
Rentenversicherung 10,15 %
Arbeitslosenversicherung 3,25 %
Krankenkasse 6,70 %
Pflegeversicherung 0,85 % 20,95 %
bezahlte Feiertage und Urlaub 12,00 %
tarifliche Zusatzversorgung 1,00 %
Mehrarbeits-, Sonn- und Feiertage 10,00 %
Urlaubsgeld und Gratifikationen 10,00 %
Lohnfortzahlung bei Krankheit 5,00 %
Zuschläge gesamt 58,95 % 10,70 DM
Effektiver Stundenlohn 28,56 DM
Zuschläge für nicht zuteilbare Arbeiten
(Betriebsführung, Maschinenpflege, Hofarbeiten)
30,00 % 8,56 DM
Rechnerischer Stundenlohn 37,12 DM

Saison-AK

Die Stundenlöhne für die Saison-AK werden - falls vorhanden - den Schnittstellendaten entnommen. Fehlen die Angaben, so wird der Landarbeitertarif - Lohngruppe 5 - zugrundegelegt.

Lohngruppe 5: 15,53 DM + 20,00 % für Verpflegung = 18,63 DM

Quelle: Schriftliche Mitteilung des Arbeitgeberverbandes für Land- und Forstwirtschaft in Bayern e.V.

2. Kosten für Zugkraft- und Maschinen

Flächenbezogene Kosten für Zugkraft

Im Durchschnitt aller Schleppergrößen betragen die flächenbezogenen Kosten 24,90 Pfennige je kW Schlepperleistung und Einsatzstunde. Diese Kosten setzen sich aus den Reparatur- und Betriebstoffkosten zusammen. Wartungskosten sind nicht enthalten. Der Anteil der Betriebstoffe an den flächenbezogenen Schlepperkosten liegt bei 43,84%

Quelle: KTBL-Taschenbuch 1996/97, S. 10.

Flächenbezogene Kosten und Nutzungspotential von Spezialmaschinen im Zuckerrübenanbau

Balis-
code
MaschineReparaturen und
Betriebsstoffe
erwartetes
Nutzungspotential
  DM/ha ha
43Frontlader hydraulisch2,30800
66Hochkipper (60 t, 3 km)24,00300
210Granulat/Schneckenkornstreuer1,151100
240Einzelkornsägerät Rüben7,50750
241 mit Bandspritze und Granulatstreuer1,00900
260Hackmaschine (zweimaliges Hacken)7,201500
274Leichtfahrzeug für Pflanzenschutz1,252000
275Dochtstreichgerät-Schlepperanbau1,25900
541Zuckerrübenvollernter120,00300
542 mit Anbau-Blatthäcksler120,00300
543 ohne Blattbergungseinrichtung120,00300
551Einphasiges Verfahren 6reihig130,001800
560SF-Zuckerrübenvollernter 6reihig192,802000
561 3reihig180,00900
562 2reihig110,00600
565Mehrphasiges Verfahren 6reihig85,001800
570Rübenreinigungs-Band34,802000

Quelle: KTBL-Taschenbuch 1996/97, S. 10-33

Flächenbezogene Kosten und Nutzungspotential von sonstigen Maschinen im Zuckerrübenanbau

Balis-
code
MaschineReparaturen und
Betriebsstoffe
erwartete
Nutzungsdauer
  DM/haJahre
38Radlader10,7012
40Frontlader mechanisch3,4512
52Heckplanierschild2,5012
57Mini-Bagger mit Meißel4,7112
62Kipper0,5615
100Schälpflug10,0014
101Scharpflug (Beetpflug)15,0014
102Volldrehpflug20,0014
110Untergrundpacker1,5014
114Drainagepflug, Untergrundlockerer4,2014
115Wippscharlockerer, einscharig7,908
116Tiefgrubber, Schichtengrubber12,5014
118Grubber + Kreiselegge14,0014
123Federzahnegge (Feingrubber, Garegge)6,0014
130Spatenrollegge6,508
131Ackerfräse18,508
140Ackeregge (Zinkenegge) > 5cm2,8014
141Löffelegge5,0014
142Rüttelegge, Pendelegge8,208
143Kreiselegge8,008
146Scheibenegge12,0014
148Zinkenrotor,Rototiller7,908
150Schleppe (Wiesenegge/Ackerschleppe)1,0014
151SBK Egge + Krümler6,0010
154Dyna Drive7,008
160Glattwalze (normal)1,7014
164Cambridge- o. Croskillwalze1,5014
200Schleuder- oder Pendelstreuer2,4010
201 mit Streuschutz oder Spätdüngeeinrichtung1,9010
202 mit Maisreihendüngungsgerät1,508
209Pneum. oder Banddüngerstreuer2,008
213Großflächenstreuer4,5810
230Drillmaschine pneum.3,0014
231Fräsdrillkombination22,008
235Grubberdrillkombination12,208
236Kreiseleggendrillkombination11,408
262Hackstriegel3,1512
270Pflanzenschutzspritze3,8010
280Jauchewagen9,0010
281Schleudertankwagen17,4010
290Stallmiststreuer18,2510
339Schlegelfeldhäcksler18,008
420Mulchgerät11,808
907Trommel-Beregnungsanlage, mobil3,0010
913Ballenförderer5,5817
915E-Motor 1 kW4,5015
930Dampfstrahlreiniger2,508
995Handhacke (10 Std./ha)0,8012

Quelle: KTBL-Taschenbuch 1996/97, S. 10-33.

3. Bewertung von Boden und Wirtschaftsgebäuden, sonstige Kapazitätsbereitstellungskosten

In Anlehnung an die in der Bayerischen Buchführungsstatistik ausgewiesenen Bodenwerte für Zuckerrübenanbaubetriebe wird ab dem Auswertungsjahr 1997 der Boden mit dem 300fachen der Landwirtschaftlichen Vergleichszahl (LVZ) bewertet.

Für die Bewertung der Wirtschaftsgebäude wurden die entsprechenden Bilanzdaten der letzten drei Jahre aus der Gruppe der Zuckerrübenanbaubetriebe mit mehr als 60 ha (bis 1994/95: 50 ha) landwirtschaftlich genutzten Fläche herangezogen. Diese Gruppe wurde gewählt, weil sie den geringsten Viehbesatz aufweist und somit dem notwendigen Bedarf an Wirtschaftsgebäuden im Zuckerrübenanbau (Maschinenhalle, Schleppergarage) am nächsten kommt.

Pos.   1994/95 1995/96 1996/97 Mittelwert
50 Wirtschaftsgebäude 933 DM 1.305 DM 862 DM 1.033 DM

Bei einem Zinssatz von 3,5 % errechnet sich ein Zinsansatz für Wirtschaftsgebäude von 36,16 DM.

An sonstigen Kapazitätsbereitstellungskosten wurde der Durchschnitt der letzten drei Jahre aus der Gruppe der Zuckerrübenanbaubetriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 60 bis 150 ha der Bayerischen Buchführungsstatistik verwendet. Es werden folgende Positionen berücksichtigt:

Pos. Jahr 1994/95 1995/96 1996/97 Mittelwert
  Anzahl der Betriebe 22 24 18  
139 Unterhalt der Wirtschaftsgebäude 189 55 71  
136 Abschreibung der Wirtschaftsgebäude 65 71 54  
140 Versicherungen (Brand, Haftpflicht, Mobiliar) 59 114 135  
133 Berufsgenossenschaft 65 32 57  
148 Steuern und Lasten 41 34 31  
141-142 Allgemeiner Betriebsaufwand 181 126 157  
  Anteilige sonstige Kosten insgesamt 600 432 505 512

Quelle: Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 1994/1995, S. 166f.
Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 1995/1996, S. 144f.
Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 1996/1997, S. 144f.

4. Betriebsleiterzuschlag

Der Betriebsleiterzuschlag wird in Anlehnung an die Bayerische Buchführungsstatistik ermittelt. Als Richtwert gilt je 1.000 DM Einheitswert ein Ansatz von 62,50 DM.

Quelle: Bayerische Buchführungsergebnisse des Wirtschaftsjahres 1996/1997, S. 18.

5. Zinssätze

Für Boden und Gebäude wird von einem (Eigenkapital-)Zinssatz von 3,5 % p.a. ausgegangen. Für das übrige gebundene Kapital wird ein Kapitalmarktzinssatz von 8 % p.a. unterstellt.

6. Bewertung der organischen Dünger und des Rübenblattes

Als Nährstoffgehalte organischer Dünger werden die Werte der Balis-Codeliste verwendet. Als Düngewerte werden angesetzt für:

Stallmist (Rind) 0,72 DM/dt
Rindergülle(7,5% TS) 4,76 DM/m3
Schweinegülle (7,5% TS) 5,96 DM/m3
Hühnergülle (7,5% TS) 5,18 DM/m3
Jauche gemischt 4,82 DM/m3
Klärschlamm 2,21 DM/m3
Hühnertrockenkot (70 % TS) 1,70 DM/dt

Bei Rübenblatt wird von einer anfallenden Menge von 70 % des Rübenertrages mit folgenden Nährstoffgehalten je t Blatt, Ausnutzungsgraden im ersten Jahr und Preisen je kg Reinnährstoff ausgegangen:

Nährstoff Gehalt Ausnutzungsgrad Preis Düngewert
  kg/t Blatt % DM/kg DM/t Blatt
N 5,0 30 1,10 1,65
P 1,1 50 1,15 0,63
K 7,0 50 0,65 2,28
zusammen       4,56

Quelle: Faustzahlen für Landwirtschaft und Gartenbau, 9. Auflage, 1980, S. 209-215, 221.

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Stand: 04.11.1998, kh