Unternehmensplanspiel
Puten & Perlhühner
von Wilhelm Brandes und Helmut Müller

Marktbericht 3. Runde

 

Weißfleischpreise erholen sich

Die Preise für Weißfleisch sind in der letzten Periode deutlich angestiegen. Standardputen notieren derzeit bei 12,67 GE/PE und damit nur knapp 2 % unter ihrem bisherigen Allzeithoch. Für Perlhühner werden mit 12,02 GE/PE sogar bislang noch nie dagewesene Spitzenpreise bezahlt. Lediglich Premiumputen konnten nicht zulegen. Sie werden aktuell für 15,38 GE/PE gehandelt.

So erfreulich diese Preisentwicklung ist, so wenig können die meisten Weißfleisch­erzeuger davon profitieren. Erneut mussten die meisten Unternehmen Verluste hinnehmen. Nur 11 % von ihnen konnten Gewinne einfahren. Über die gesamte Branche betrachtet sank das Eigenkapital der Unternehmen erneut um knapp ein Viertel auf nunmehr durchschnittlich 327 GE je Unternehmen. Lediglich ein Unternehmen verfügt über mehr als 1.000 GE an Eigenkapital, drei andere aber über weniger als 100 GE. Ein Unternehmen stellte den Betrieb ein.

Dabei sind die Unternehmen derzeit stark auf Liquidität angewiesen, denn in vielen Betrieben muss kräftig investiert werden. In der Branche wird sogar gemunkelt, die zuletzt erfolgreichen Unternehmen hätten ihre Gewinne ausschließlich der rücksichtslosen Ausbeutung von alten Anlagen zu verdanken. Dies ist sicher übertrieben, aber tatsächlich lag in der abgelaufenen Periode das durchschnittliche Anlagealter über 1,5 Perioden. Die Frage ist deshalb nicht, ob reinvestiert wird, sondern in welchem Ausmaß investiert wird. Hier sind vielen Unternehmen mangels ausreichender Liquidität engere Grenzen gesetzt als früher. Andererseits können auch die zuletzt gemachten Erfahrungen dazu führen, dass sich so mancher Weißfleischmäster bei Neuinvestitionen und eventuell sogar bei Reinvestitionen zurückhält.

 

Periode Aktive
Untern.
Puten Perlhühner Werbe-
faktor
Rendite
MengePreisMengePreis
3 18 1.535 12,67 1.490 12,02 1,36 12,4%

 

 kh (11.05.2016) [ TOP