Vom Sensor zur Kostenrechnung
- Informationsmanagement und Führung größerer Landwirtschaftsbetriebe -
Peter Wagner (1)

Zeitgemäße Ansätze der Unternehmensführung beruhen auf den Prinzipien der Kybernetik. Dabei ist Unternehmensführung von ihrem Wesen her ein ständiger Rückkopplungsprozeß und ein Vergleich des Geschehenen mit dem geplanten Geschehen, aus dem sich gegebenenfalls ein Handlungsbedarf ableitet. Während die Generierung der geplanten Werte - die in diesem Beitrag nicht behandelt wird - mit dem heutigen betriebswirtschaftlichen Instrumentarium vergleichsweise unproblematisch erfolgen kann, wirft die Beschaffung der Daten über das "Geschehene" erhebliche Probleme auf. Dies gilt insbesondere im Bereich des Pflanzenbaues, wenn man an eine kleinparzellierte, also teilflächenbezogene Bewirtschaftungsweise denkt. Unter diesem Aspekt avanciert die Datenbeschaffung über das Geschehene zu einem der zentralen Probleme in der Unternehmensführung, denn der Aufwand für die Beschaffung dieser Daten ist immens.

Ein anderes zentrales Problem für die Unternehmensführung ist die flexible Handhabung dieser Daten, um sie den jeweiligen Erfordernissen entsprechend zusammenstellen und aufbereiten zu können. Sind beide Probleme gelöst, und hierum geht es im Kern dieses Beitrages, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur betrieblichen Kostenrechnung als zentraler Bestandteil der Unternehmensführung. Während das Aufbereitungs- und Zusammenstellungsproblem der Daten alleine durch entsprechende Software zu lösen ist, muß für die Datengewinnung und -erfassung weiter gegriffen werden. Hier ist man wegen der immensen Datenflut, die eine Kostenrechnung (gegebenenfalls sogar in Verbindung mit einer kleinparzellierten Bewirtschaftungsweise) mit hinreichend detaillierter Kostenarten- und Kostenstellengliederung voraussetzt, auf die Datenerfassung mittels Sensoren und Datenübertragung von Prozeßrechnern zu Betriebsrechnern angewiesen. Zentrales - und bis heute in weiten Teilen ungelöstes Problem - ist die Verwendung von standardisierten Schnittstellen zu diesem Zweck. Auch dieser Punkt findet in diesem Beitrag Beleuchtung.

Zeitgemäße und allgemein anerkannte Ansätze der Unternehmensführung beruhen auf den Prinzipien der Kybernetik (vgl. etwa KIRSCH, 1994, Seite 39 ff). Der diesem Ansatz innewohnende Rückkopplungsprozeß ist in Abbildung 1 dargestellt. Der Führungsprozeß untergliedert sich in die Phasen Zieldefinition, Planung, Entscheidung, Realisation, Kontrolle und Bewertung. Alle diese Phasen können durch entsprechende Modelle, in der Regel Computerprogramme, mehr oder weniger gut unterstützt werden. Ausgehend von Zieldefinition und Planung erfolgt die Entscheidung über einen gewissen Sachverhalt. In dieser Entscheidungsphase werden Sollwerte festgelegt, die es durch das zu regelnde System zu erreichen gilt.

In der Phase der Realisation erfolgt die Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Es wird in aller Regel zu Abweichungen zwischen den geplanten und den tatsächlich eingetretenen Ereignissen kommen, denn auf das reale System wirken mannigfaltige Störgrößen aus der Unternehmensumwelt ein. In der pflanzlichen Produktion sind hier an aller erster Stelle Wettereinflüsse zu nennen, aber auch Preiseinflüsse, das Verhalten von Wettbewerbern und Verbraucheren sind unter anderem anzuführen. Durch den Einfluß der Entscheidungsvariablen und Umweltvariablen (Störgrößen) reagiert das zu regelnde System in der ihm eigenen Art und Weise, dieses Systemverhalten läßt sich durch Ist-Werte dokumentieren, die in geeigneter Weise zu erfassen sind.

In der Phase der Kontrolle gilt es nun Geplantes mit Geschehenem zu vergleichen. Dies geschieht mittels Soll-Ist-Vergleichen. Horizontale und vertikale bzw. Norm-Ist Vergleiche sind weitere Kontrollinstrumente bei der Unternehmensführung. Durch die Bewertung der festgestellten Abweichungen schließlich kann regelnd in das System eingegriffen werden. Zielsetzungen, Pläne oder Entscheidungen müssen gegebenenfalls revidiert werden, um das reale System auf den gewünschten Kurs zu bringen bzw. einen neuen Kurs zu setzen; bei sich als fehlerhaft erweisenden Planungs- und Entscheidungsmodellen können Modellanpassungen erforderlich sein.

Der Führungsprozeß als solches allerdings soll an dieser Stelle nicht Gegenstand der Betrachtung sein, sondern hier sei das Problem der Ist-Datenerfassung eingehender beleuchtet. Die in der Landwirtschaft zu regelnden biologisch technischen Systeme können vielfältiger Natur sein, hier sei der Bereich der Pflanzenproduktion herausgegriffen, der für große landwirtschaftliche Unternehmen im Vordergrund steht. Außerdem ist gerade dieser Bereich sowohl hinsichtlich seiner Steuerung und Regelung als auch hinsichtlich der Ist-Datenerfassung aktuell in einem erheblichen Wandel begriffen. Hier seien nur die Stichworte "kleinparzellierte Bewirtschaftungsweise (Teilschlagbewirtschaftung)" und "Global Position System (GPS)" genannt.

Bereits bevor diese beiden Schlagwörter in Mode kamen, war eine adäquate Erfassung der Ist-Werte, beispielsweise für das Führen einer Schlagkartei in hinreichend detaillierter Form mit einem immensen Erfassungsaufwand verbunden, der in den allermeisten Fällen zu groß erschien als daß er tatsächlich betrieben wurde. Unter dem Aspekt der kleinparzellierten Bewirtschaftungsweise wächst dieser Erfassungsaufwand so stark an, daß sich Überlegungen über die "händische" Erfassung von selber ad absurdum führen. Was als Lösung alleine verbleibt ist die automatisierte Datenerfassung vom Sensor bis hin zur betrieblichen Datenbank, auf der dann Auswertungsrechnungen ansetzen können.

Diesem Umstand wird in Abbildung 2 Rechnung getragen. Zur Illustrierung sei wiederum der Bereich des Pflanzenbaues herausgegriffen. Ausgehend von Sensoren an Anbau- bzw. Erntegräten oder anderen aus pflanzenbaulichen Gesichtspunkten notwendigen Maschinen werden spezifische Vorgänge registriert, die Geschehenes in Abhängigkeit von einem Bezugsobjekt darstellen. Solche Bezugsobjekte können Schläge oder Parzellen innerhalb eines Schlages sein.

Die so registrierten Daten werden über eine Schnittstelle mittels eines Datenbuses an einen Prozeß- bzw. Jobrechner weitergegeben, dies kann ein on-board-Rechner auf einem Traktor bzw. einem Selbstfahrer sein. Die Daten werden hier gesammelt (und gegebenenfalls dem Bedienungspersonal der Maschine in geeigneter Form angezeigt) und müssen dann zu beliebig wählbaren Zeitpunkten über eine weitere Schnittstelle an den Betriebscomputer mit seiner betrieblichen Datenbank weitergegeben werden können. Aus dieser Datenbank nährt sich die Kostenrechnung, mittels derer beliebige Auswertungen, beispielsweise Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnungen, aber auch verschiedene Vergleiche, beispielsweise ein Soll-Ist-Vergleich, durchgeführt werden können.

Wie bereits erwähnt, kann eine Kostenrechnung mit hinreichenden Genauigkeitsgrad nur dann Akzeptanz finden, wenn der Datenfluß vom Sensor bis zur Kostenrechnung automatisiert ist. Dreh- und Angelpunkt bildet hierbei die Definition bzw. Ausgestaltung der angesprochenen Schnittstellen. Die Definition dieser Schnittstellen erfolgt im "LBS", dem Landwirtschaftlichen BUS-System (vgl. SPECKMANN, 1994, Seite 187 ff, eine ausführliche Beschreibung und Dokumentation ist zu finden in LAV, 1997).

Die prinzipielle Darstellung des Datentransfers ist in Abbildung 3 ersichtlich. Hier wird nochmals deutlich, daß es sich im Prinzip um zwei völlig verschiedene Schnittstellen handelt, nämlich einmal der Datenweg vom Jobrechner der Maschine, beispielsweise des Traktors, hin zu den Jobrechnern auf den Anbaugeräten bzw. zurück und zum anderen um den Datentransfer vom Jobrechner des Traktors bzw. der Erntemaschine (oder anderer Maschinen) zum Betriebscomputer.

Diese beiden Schnittstellen werden jeweils für sich getrennt in der DIN-Norm 9684 beschrieben (vergleiche LAV, 1997, Kapitel 1 und 2 für die Beschreibung der Schnittstelle von der Maschine zu den Anbaugeräten, Kapitel 4 für die Beschreibung der Schnittstelle von der Maschine zum Betriebscomputer).

Wichtig hierbei zu erkennen ist, daß es sich bei den Schnittstellen jeweils um bidirektionale Verbindungen handelt. Es werden nicht nur Daten von den Sensoren über die Maschine zum Betriebscomputer geliefert, sondern auch der umgekehrte Weg muß beschritten werden können, daß nämlich vom Betriebscomputer Aufträge über die Maschine hin zu den Anbaugeräte gelangen und ausgeführt werden können.

Im folgenden soll jedoch lediglich der Datenfluß vom Sensor zum Betriebscomputer für den Zweck einer Kostenrechnung betrachtet werden. Ist die Betrachtung des Datenflusses in nur eine Richtung bereits eine erhebliche Vereinfachung, führt die Darstellung des Datentransfers zum Zwecke einer Kostenrechnung zu einer weiteren Vereinfachung. Sehr viele Daten die andere Auswertungsrechnungen benötigen, beispielsweise benötigt eine Schlagkartei im Gegensatz zur Kostenrechnung Informationen über die Ablagetiefe der Samenkörner u.v.a.m, sind in einer Kostenrechnung nicht von Interesse.

In Abbildung 4 ist der eben beschriebene einseitige Datenfluß zum Zwecke einer Kostenrechnung mit seinen Erfordernissen beispielhaft dargestellt. Die Darstellung beruht auf der Annahme, daß eine teilschlagbezogene Bewirtschaftungsweise durchgeführt wird. Dazu ist der Schlag, hier mit der Kostenstellennummer 68, in weitere Teilschläge (Parzellen) unterteilt, die als "Unterkostenstellen" aufgefaßt werden können. Mit Hilfe von GPS können nun einzelne Aktivitäten den Parzellen spezifisch zugeordnet werden. Es gilt zu beachten, daß bestimmte Aktivitäten für den gesamten Schlag erfaßt werden können, eine parzellenspezifische Erfassung ist hierfür nicht nötig. Beispielsweise sind das Maschineneinsatz- und Arbeitszeiten.

Für eine Kosten-Leistungsrechnung ist lediglich die Erfassung der Kostenstelle (KS), des Kostenträgers (KT), der Kostenart (KA), der Menge und Einheit der Kostenart sowie des Datums erforderlich. Dies ist in der unteren Hälfte der Abbildung 4 gezeigt. Zur besseren Lesbarkeit sind den Kontonummern dort in Kursiv die Kontobezeichnungen hinzugefügt. Diese Bezeichnungen sind natürlich bei einer Datenerfassung und Übertragung nicht notwendig, eine eindeutig Identifikation der Kostenstellen, Kostenträger und Kostenarten ist alleine durch die nummerische Kontenbezeichnung hinreichend.

Eine parzellenbezogenen Erfassung ist lediglich für solche Größen notwendig, die von Parzelle zu Parzelle variieren, das sind in allererster Linie Ausbringungsmengen von Dünge- bzw. Pflanzenschutzmitteln aber auch die Ernteerträge. Im Beispiel ist das für die Parzellenummer 680017 gezeigt, in der für den Kostenträger 03000 Winterweizen das Produktionsmittel (Kostenart) 02012 NPK 13/13/21 in einer Menge von 4,2 kg am 4.11.1995 ausgebracht wurde. Je nach Parzellenanzahl eines Schlages sammeln sich so im Verlauf der Gesamtschlagbewirtschaftung eine unterschiedliche Menge an Datensätzen an. Die Zahl der Parzellen bzw. Datensätze wächst dabei um den gleichen Faktor wie die Schlaggröße. Beispielsweise besteht ein Schlag der Größe eines Hektars bei einer Parzellengröße von 25 auf 25 m aus 16 Parzellen. Ein 10 ha Schlag besteht entsprechend aus 160 Parzellen. Bei der Halbierung der Seitenlänge der Parzellen hingegen verdoppelt sich nicht die Anzahl der Parzellen, sondern sie wächst um den Faktor 4, bei einer Schlaggröße von einem Hektar also von 16 auf 64 Parzellen.

Die Generierung der Datensätze im Jobrechner auf dem Traktor kann weitgehend automatisch erfolgen, dies gilt für das Datum, die Kostenstelle und die Menge. Ebenso kann die Arbeitsmaschine bzw. das Anbaugerät automatisch erkannt werden. Der Schlepperfahrer hingegen muß sich selbst identifizieren, genauso muß der Kostenträger benannt werden, der der entsprechenden Kostenstelle zuzuordnen ist. Der Kostenträger kann prinzipiell der Kostenstelle auch zu einem späteren Zeitpunkt über das Datum genau zugeordnet werden, dies könnte prinzipiell auf dem Betriebscomputer erfolgen, Schwierigkeiten entstehen jedoch, wenn einer Kostenstelle zu einem Zeitpunkt unterschiedliche Kostenträger zugeordnet werden müssen, wie dies beispielsweise bei einer Untersaat erforderlich ist. In jedem Falle jedoch ist der manuelle Dateneingabeaufwand für das Bedienungspersonal der Maschine äußerst gering.

Die Codierungen der Kostenstellen, Kostenträger und Kostenarten in Abbildung 4 erfolgten entsprechend den Kontenplänen der betrieblichen Kostenrechnungen wie sie beispielsweise für den Kontenplan der Kostenarten in Übersicht 1 dargestellt ist.

Das Kodierungssystem für die einzelnen Konten folgt einer hierarchischen Gliederung nach Kontengruppen (einstellig) bzw. nach Kontenklassen (zweistellig) und den fünfstelligen Codes für die Einzelkonten. In den Kontenplänen ist entsprechend auch die Einheit und der Preis pro Einheit festgelegt, am Beispiel des Kostenartenplanes ist dies leicht nachzuvollziehen. Entsprechend der Gliederung des Kostenartenplanes sind auch die Kontenpläne für Kostenstellen und Kostenträger gegliedert. Unterschiede ergeben sich lediglich darin, daß in den Kostenstellenplänen keine Preise pro Einheit niedergelegt sind, sondern Kapazitäten, etwa die Größe des Schlages bzw. der Parzellen oder beispielsweise die Kapazität einer Schweinemastanlage. In den Kostenträgerplänen sind wiederum Preise und zwar die Preise der Kostenträger niedergelegt, im hier vorliegenden Beispiel also der Preis pro Dezitonne Winterweizen.

Ein auf solchermaßen gegliederten Kontenplänen und auf einer relationalen Datenbank basiertes Kostenrechnungssystem läßt beliebige Auswertungen zu (vergleiche KUHLMANN, WAGNER, IMMEL, 1995). Eine mögliche Auswertung in Form eines Ist-Ist-Vergleichs, hier ausgewiesen als stufenweise Fixkostendeckungsrechnung, ist in Übersicht 2 dargestellt.

Bei dem in Übersicht 2 gezeigten Kostenstellenvergleich werden besonders die durch unterschiedliche Schlaggrößen hervorgerufenen Kostenstrukturen deutlich. Dies geschieht nach Maßgabe einer stufenweise Fixkostendeckungsrechnung, die über verschiedene Deckungsbeiträge bis zum Gewinnbeitrag führt. Die ausgewiesenen Werte sind jeweils durch die Multiplikation der auf dem beschriebenen Weg erfaßten Mengenkomponenten mit den dazugehörigen Preisen (aus den Kontenplänen der Kostenrechnung) errechnet. Für den Vergleich sind die Werte einmal für den gesamten Schlag und jeweils für die Schläge in Werten pro Hektar ausgewiesen. Die Analyse der Werte für den Deckungsbeitrag I (Zeile 13, Werte pro Hektar für die jeweiligen Schläge) macht deutlich, daß hier erhebliche Unterschiede bestehen. Die Unterschiede sind nicht in der Leistungs-, sondern auf der Kostenseite zu suchen. Dies offenbart sich bei der Betrachtung der Maschinenkosten (Zeile 11). Die Maschinenkosten berechnen sich aus der Summe der Einsatzzeiten aller Maschinen auf der jeweiligen Kostenstelle, multipliziert mit dem Preis pro Schlepper- bzw. Maschinenstunden. Die eingesetzten Maschinen für das Produktionsverfahren Winterweizen sind identisch. Da für identische Maschinen identische Preise unterstellt werden können, beruhen die Schwankungen der Maschinenkosten für die unterschiedlichen Schläge alleine auf Mengeneffekten. Das heißt, daß für den Schlag B eine wesentlich längere Maschineneinsatzzeit pro Hektar erforderlich war, als für A. Die Erklärung hierfür liegt in der Schlaggröße (Zeile 15). Die längeren Maschinenlaufzeiten sind hauptsächlich durch unproduktive Wege- und Wendezeiten bedingt. Längere Maschineneinsatzzeiten bedingen auch höhere Arbeitskosten (Zeile 16). Das Ergebnis schlägt sich im Deckungsbeitrag II (Zeile 17) nieder. Während Schlag A hier noch 387,90 DM aufweisen kann, sind die Werte des Deckungsbeitrags II für Schlag B bereits negativ. Entsprechendes gilt auch für den Deckungsbeitrag III bzw. den Gewinnbeitrag in Zeile 19.

Nach dem Muster der in Übersicht 2 dargestellten Auswertung sind natürlich auch vielfältige anders geartete Auswertungen denkbar. Beispielsweise können Parzellen gleicher Ertragsklassen eines Schlages verglichen werden. Ebenso ist denkbar, daß zur Überprüfung der ökonomischen Vorzüglichkeit der kleinparzellierten Bewirtschaftungsweise normal bewirtschaftete Schläge mit kleinparzelliert bewirtschafteten Schlägen verglichen werden. Ebenso sind Soll-Ist-Vergleiche denkbar, wie sie als Lenkungsinstrumente eingangs bereits beschrieben wurden. Voraussetzung hierfür ist ein äußerst flexibles Auswertungsinstrumentarium. Kostenrechnungen auf Basis relationaler Datenbanken ermöglichen dies (vgl. IMMEL, 1995). Hierbei ist zu betonen, daß solche Soll-Ist-Vergleiche nicht nur schlagspezifisch nach Beendigung des Produktionsprozesses stattfinden dürfen, sondern den Produktionsprozeß ständig begleiten und zum Teil auch auf einem höheren Aggregationsniveau geführt werden müssen. Denkbar ist hier, als eine Möglichkeit unter vielen, eine laufende Materialeinsatzplanung bzw. -überwachung als Soll-Ist-Vergleich.

Zusammenfassung

Ausgehend von der Darstellung des Unternehmensführungsprozesses als kybernetischer Regelkreis zeigt der Beitrag Erfordernisse und Probleme bei der Bereitstellung der dazu notwendigen detaillierten und zeitnahen Ist-Daten. Für eine zeitgemäße Unternehmensführung größerer landwirtschaftlicher Betriebe erforderliche Kostenrechnungen werden nur Akzeptanz finden, wenn die Bereitstellung dieser Ist-Daten soweit automatisiert ist, daß eine manuelle Dateneingabe weitgehend entfällt. Besonders beleuchtet werden die Probleme, die bei einer kleinparzellierten Bewirtschaftungsweise von Schlägen mit Hilfe von GPS auftreten. Der Beitrag schließt mit einer beispielhaften Kostenrechnungsauswertung, die zumindest ansatzweise den Nutzen zeigt, der dem zur Datenerfassung zu betreibenden Aufwand gegenüber steht.

Literatur

Immel, F. (1995): COPRA II - Ein Modell zur Durchführung von Kosten-Leistungsrechnungen in landwirtschaftlichen Betrieben. Gießener Schriften zur Agrar- und Ernährungswirtschaft, Heft 21. DLG Verlag, Frankfurt (Main).

Kirsch, W. (1994): Betriebswirtschaftslehre - eine Annäherung aus der Perspektive der Unternehmensführung, München.

Kuhlmann, F., Wagner, P. und Immel, F. (1995): Towards a User oriented System Design by Means of Flexible Outputs. In: HUIRNE, R.B.M., HARSH, St.B. and DIJKHUIZEN, A.A. (Ed.): Farm Level Information Systems, Conference Proceedings, Wagningen, Holland, 1995, S. 103-112.

LAV (Landmaschinen- und Ackerschleppervereinigung) (1997): LBS - das landwirtschaftliche Bussystem, Frankfurt.

Speckmann, H. (1994): Das landwirtschaftliche BUS-System (LBS). In: KTBL Arbeitspapier 175, Elektronikeinsatz in der Außenwirtschaft, Seite 187-195, Darmstadt.

 

(1) Technische Universität München, Professur für Unternehmensforschung und Informationsmanagement, 85350 Freising Weihenstephan, Telefon: 08161 713406, Fax: 08161 713408.