CASHPLAN

Ein computergestütztes Modell zur kurzfristigen Planung und Kontrolle landwirtschaftlicher Unternehmen

Von Dr. Peter Schröter und Dr. Peter Wagner

1 EINLEITUNG

1.1 Das Problem

In der finanziellen Sphäre eines Unternehmens vollziehen sich Prozesse der Kapitalbindung und der Kapitalfreisetzung in ständiger Folge, die durch Beschaffungs-und Absatzaktivitäten ausgelöst werden. Die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit ist untrennbar mit dem Geld- und Güterkreislauf eines Unternehmens verbunden. Geld wechselt ständig mit kurzfristig und längerfristig eingesetzten Gütern im Leistungsprozeß. Kurzfristig werden liquide Mittel zu Betriebsmittelbeständen, die über die pflanzliche und tierische Erzeugung in Produkte umgewandelt werden. Längerfristig wird Kapital in Boden, Gebäude, Maschinen und Vieh gebunden.

Die Liquiditäts- oder Zahlungsfähigkeit wird dadurch zu einem ökonomischen Problem, daß der Faktoreinsatz zeitlich grundsätzlich vor der Produkt- oder Ertragsgewinnung liegt und somit während dieses Zeitraums die für den Einsatz der Produktionsfaktoren notwendigen finanziellen Mittel festlegt. Zuführung und Abfluß von Geldmitteln ist vor allem sehr stark von der innerbetrieblichen Erzeugungsstruktur abhängig. Betriebszweige mit ständigem Ertragsfluß - wie Milcherzeugung und Eiererzeugung - wirken günstig auf die Liquidität. Andere Betriebszweige, z.B. Rindermast, deren Ertrag erst nach ein bis zwei Jahren eintritt, sind durch hohe Liquiditätsansprüche geprägt.

Wie betriebswirtschaftliche Kennzahlen zeigen, bewegt sich das Gleichgewicht von Zahlungsfähigkeit und Verschuldung bei den meisten Betrieben in gesicherten Bahnen. Solange eine angemessene Gewinnrate und eine ausreichende Eigenkapitalbildung gegeben sind, ist auch die Zahlungsfähigkeit in der Regel nicht in Frage gestellt. Der Betrieb kann seine eigenen Finanzierungsmittel durch Aufnahme von Krediten ergänzen und erweitern. Doch schon unter normalen Bedingungen stellen sich im praktischen Wirtschaftsleben ständige Unregelmäßigkeiten und Störungen ein, der Absatz stockt, die Produktpreise fallen bzw. Faktorpreise steigen, Kunden zahlen schlecht.

Wie sieht nun aber die Lage bei beabsichtigten Unternehmensveränderungsprozessen aus, bei erforderlichen Anpassungen an von außen aufgezwungene Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie sie heute durch steigende Faktorpreise oder Produktionsbeschränkungen auftreten? Hier können sich erhebliche Probleme für das Unternehmen ergeben.

So muß sich der Betriebsleiter anpassen, um ständig die Barliquidität zu erhalten. Dafür sind kurzfristige Entscheidungen erforderlich, also tägliche, wöchentliche und monatliche Steuerungs- und Kontrollmaßnahmen. Durch die Planung der Unternehmensliquidität erkennt die Unternehmensleitung, wann und wo ein Mangel oder ein Überfluß an Geld entstehen wird. Derartigen Situationen soll durch geeignete Dispositionen vorgebeugt werden. Insbesondere der Geldmangel bedeutet eine Gefahr für die Existenz der Unternehmung; denn schon eine vorübergehende Zahlungsunfähigkeit schadet dem Ruf der Unternehmung, zusätzlich löst eine solche Zahlungsstockung oft das Drängen anderer Gläubiger auf Zahlung aus. Die Kreditbereitschaft der Banken und anderer Geldgeber ändert sich. Die Zahlungsstockung kann im Kumulationsprozeß zur endgültigen Zahlungsunfähigkeit führen.

Wie der vorangegangenen Problemschilderung zu entnehmen ist, besteht in landwirtschaftlichen Unternehmen ein Bedarf an Informationssystemen, die den Unternehmensleiter bei der Liquiditätsplanung, -steuerung und -überwachung unterstützen. Für die Implementierung eines solchen Informationssystems bietet sich, nicht zuletzt wegen der insbesondere im Planungsprozeß immer wiederkehrenden Berechnungen, die Entwicklung eines Computermodells an.

Die Funktionen dieses Modells lassen sich wie folgt skizzieren:

  1. Sicherung der Unternehmensliquidität zu jedem Zeitpunkt,
  2. Erhöhung des Unternehmensgewinns durch:

Es handelt sich somit um ein Partialmodell der operativen Planung. Das Modell mit dem Namen CASHPLAN soll dem Unternehmensleiter schwerpunktmäßig Informationen über den Liquiditätsverlauf der Unternehmung liefern und gleichfalls Aussagen über deren Konsequenzen auf das Betriebsergebnis treffen. Der Planungshorizont des Modells beträgt 12 Monate, wobei die einzelnen Ergebnisse für jeden Monat der Planperiode ausgewiesen werden.

Die Bedeutung dieses Führungsinstruments beruht darauf, daß für jeden beliebigen landwirtschaftlichen Betrieb, ausgehend von bestimmten Prämissen, die wichtigsten monetären Ziele und die zu ihrer Erreichung notwendigen Produkt- und Handlungsziele sowie der hierfür benötigte Aufwand nach Überprüfung verschiedener Alternativen festgelegt werden. Das Modell gibt dem Benutzer eine Vorausschau auf die monetäre, naturale und arbeitswirtschaftliche Entwicklung der Unternehmung. Die Ergebnisse der drei Hauptpläne - Finanzplan, Gewinn- und Verlustrechnung und Bilanz - ermöglichen dem Landwirt, die Konsequenzen der Planung frühzeitig zu erkennen, zu prüfen und gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen zu verändern.

Die von dem Modell benötigten Daten werden nicht nur im voraus geplant, sondern fallen auch bei der Durchführung der Produktion an. Das Modell gibt dem Anwender die Möglichkeit, sämtliche Plandaten im Zeitablauf mit den Ist-Daten zu vergleichen. Abweichungen zwischen Zielen und Zielerreichung müssen von dem Unternehmensleiter ausgewertet werden. An dieser Stelle muß die Ursachenforschung einsetzen. Der Vergleich von Plan- und Ist-Werten bildet ein Frühwarnsystem, das ein rechtzeitiges Erkennen von Abweichungen und Problemen ermöglicht.

Ziel dieses Beitrags ist es, die Entwicklung eines computergestützten Planungs- und Kontrollsystems als Führungsinstrument vorzustellen, das den Landwirt bei der Durchführungsplanung unterstützt. Zunächst werden zur Abgrenzung des Themas einige Begriffe definiert und die Vorgehensweise bei der Modellerstellung beschrieben. In Kapitel zwei wird auf den Voranschlag als Planungsinstrument und auf die inhaltliche Gestaltung eins solchen Instrumentes eingegangen. Kapitel drei des Beitrages zeigt dann als Anregung ein kurzes Beispiel für den praktischen Einsatz des Modells, bevor im anschließenden Kapitel eingehend das Gesamtkonzept von CASHPLAN dargelegt wird.

1.2 Abgrenzung der Begriffe Planung, Unternehmensvoranschlag und Budget

Zentraler Gegenstand dieses Beitrags ist die Planung, daher wird dieser Begriff im folgenden erklärt und von den Begriffen Budget und Unternehmensvoranschlag abgegrenzt.

Planung wird in der betriebswirtschaftlichen Literatur als ein systematisches Durchdenken und Festlegen von Zielen, Verhaltensweisen und Maßnahmen für die zukünftige Zielerreichung definiert (KOCH, 1961, S.9f; KOSIOL, 1965, S.389; HILL, 1971, S.7; WILD, 1974, S.13; ZILAHI, 1977, S.24f, KOCH, 1982, S.3f). Gemäß dieser Definition vollzieht sich Unternehmensplanung auf drei Ebenen (HILL, 1971, S.7; WILD, 1974, S.32; ZILAHI, 1977, S.25, KOCH, 1982, S.3f):

  1. dem Herausbilden von Unternehmenszielen.
  2. der Gestaltung von Aufbau- und Ablauforganisation.
  3. der Steuerung der Unternehmensprozesse.

Die Abgrenzung des Planungsprozesses innerhalb der Unternehmensführung wird von den einzelnen Autoren entsprechend der Zweckmäßigkeit unterschiedlich vorgenommen. Im vorliegenden Beitrag soll unter dem Begriff Planung folgendes verstanden werden:

  1. Planung beinhaltet die zielorientierte Alternativensuche, -beurteilung und -auswahl unter Einbeziehung der Unternehmensumwelt und der inneren Unternehmenssituation. Es handelt sich um zukunftsorientierte Entscheidungsvorbereitung und Entscheidungsfällung über Ziele und Zielerreichung (HÄUSLER, 1970, S.39; HAHN, 1985, S.29f).
  2. Planung stellt ein Element der Unternehmensführung im Sinne von Willensbildung, Willensdurchsetzung und Willenssicherung dar (BLEICHER, MEYER, 1976, S.53; HÄUSLER, 1977, S.27; HAHN, 1985, S.23ff).

In dem entwickelten Modell kommt der Voranschlagsrechnung als weiterem Instrument der Unternehmensführung besondere Bedeutung zu. Die naturalen Güterströme, die zwischen den einzelnen Subsystemen der Unternehmung einerseits und der Unternehmensumwelt andererseits fließen, werden in dem Voranschlag zeitlich und mengenmäßig vorausgeschätzt. Ziel der Voranschlagsrechnung ist es, eine Abstimmung zwischen Angebot und Nachfrage nach einzelnen Produktionsfaktoren sicherzustellen, so daß der Betriebsablauf in keiner Phase gefährdet ist. Auskunft über den monetären Liquiditätsverlauf des Unternehmens erhält der Betriebsleiter, indem er das vorliegende Mengengerüst mit den dazugehörigen Preisen bewertet und diese Größen im Finanzplan miteinander verrechnet (KUHLMANN, 1978, S.228f; ZEDDIES, REISCH, 1983, S.87f).

Als drittes Instrument der Unternehmenslenkung bzw. -steuerung soll hier das Budget angesprochen werden. Im Budget sind die geplanten Unternehmensaktivitäten - i.d.R. für ein Jahr - in monetären Einheiten vollständig abgebildet; es basiert auf den Mengen- und Zeitgrößen der Planung (HEISER, 1964, S.75ff; MATZ, 1975, S.33ff; KOCH, 1976, S.18f; ZIEGENBEIN, 1984, S.235f). Die Planwerte des Budgets haben Vorgabecharakter und dienen den Subsystemen des Unternehmens als Sollwerte. In multipersonalen Unternehmen stellen Budget und Budgetkontrolle ein sehr effizientes Führungsinstrument (Management by objectives) dar (HEISER, 1964, S.108; SIEGWART, MENZEL, 1978, S.86f, HAHN, 1985, S.126ff). Im Gegensatz zur Unternehmensplanung, die dem Bereich der Willensbildung zugeordnet wird, dient das Budget der Realisierung der geplanten Ziele und Maßnahmen.

Die Definition der vorangegangen Begriffe Planung, Voranschlag und Budget hat gezeigt, daß zwischen ihnen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht. Im weiteren sollen die Begriffe Voranschlag und Planung (hier: kurzfristig-operative Planung) synonym verwendet werden. Das Budget dagegen soll den Abschluß des Planungsprozesses charakteriseren; es steht damit für konkrete Pläne, die in der Phase der Durchführung zu realisieren sind.

1.3 CASHPLAN als Bestandteil eines umfassenden Planungs- und Kontrollsystems

Die Tatsache, daß die Teilbereiche eines Unternehmens eng miteinander verflochten sind, und zwischen den Aktionen oft Interdependenzen bestehen, die nicht unbeachtet bleiben dürfen, legt nahe, ein Planungssystem zu entwerfen, das alle planungsrelevanten Beziehungen in der Unternehmung berücksichtigt. Ein derartig umfassendes Modell sollte folgenden Anforderungen Rechnung tragen:

  1. das gesamte Geschehen in der Unternehmung erfassen,
  2. darlegen, in welcher Weise veränderte Aktionsparameter und/oder Daten das Unternehmen beeinflussen,
  3. die zieloptimale Ausprägung der Aktionsparameter bestimmen,
  4. die dynamische Entwicklung der Unternehmung abbilden.

Die Erörterung der Beziehungen in einem offenen System erfährt im Rahmen der Diskussion des Einsatzes von computergestützten Management-Informations-Systemen (MIS) als Voraussetzung einer praxisorientierten betrieblichen Planung zunehmende Bedeutung (GROCHLA, 1971, S.23ff; KOREIMANN, 1971, S.10ff; KUHLMANN, WAGNER, 1986, S.408ff; u.a.), denn die qualitative Aussagefähigkeit jeder Planung wird primär vom Grad der zur Verfügung stehenden Information geprägt. Aufgabe dieses Informationssystems ist die Bereitstellung von Aussagen und Informationen über die Beschaffenheit betriebsinterner und -externer Sachverhalte sowie über Veränderungen dieser Sachverhalte. Im Kontext unternehmerischer Entscheidungsprozesse werden diese Aussagen zu Mitteln der Planung, Steuerung und Überwachung (GROCHLA, 1971, S.563ff):

Qualität und Menge der Informationen werden durch die strukturelle Beschaffenheit und funktionale Effizienz des Informationssystems beeinflußt, die u.a. abhängen von (GROCHLA, 1971, S.564ff):

Der Verwirklichung dieses Idealmodells steht die Realität entgegen. Der Umfang eines so komplexen Modells wäre so groß, daß seine Strukturen in einem Modell nicht mehr mathematisch erfaßt werden könnten und damit auch keine der Aufgaben gelöst wären, die den Zweck der Planung bilden. Ein weiterer Grund, der für einen bevorzugten Einsatz von Partialmodellen spricht, ist die Tatsache, daß Unternehmensgesamtmodelle für den Benutzer nur wenig transparent sind und daher verstärkt auf Ablehnung stoßen (vgl.hierzu: STEFFEN, BORN, 1987, S.19ff und S.259f). Die Richtung, in die das Bemühen um ein geeignetes Planungs- und Kontrollmodell zu gehen hat, wird damit deutlich. Es ist ein Planungssystem zu verwirklichen, das operational ist und den zugewiesenen Teil der Planungsaufgabe in sinnvoller Weise erfüllt. Das Modell CASHPLAN kann als Teil eines umfassenden betrieblichen Planungssystems betrachtet werden, in dem es selbst als Element bzw. Subsystem fungiert und Beziehungen zum Umsystem aufweist. Die sachliche und zeitliche Abgrenzung des Modells innerhalb des Planungssystems ergibt sich aus der in Abschnitt 1.2 beschriebenen Aufgabenstellung.

1.4 Methodische Vorgehensweise

Die Komplexität der Unternehmensstrukturen sowie die Berücksichtigung dynamischer Prozesse sind Hauptgründe dafür, daß bei der Konzeption, Gestaltung und Umgestaltung des Betriebs direkt keine befriedigende Antwort mehr zu finden ist (GROCHLA, 1974, S.11). Dies hat dazu geführt, daß die interessierenden Fragestellungen - insbesondere die Beurteilung von Handlungsalternativen - nicht mehr am Objekt selbst, sondern an einem Modell untersucht werden (KUHLMANN, 1973, S.317; GROCHLA, 1974, S.11).

In diesem Beitrag liegt der Modellbildung der systemtheoretische Simulationsansatze zugrunde. Simulationsmodelle sind "Wenn ..., dann ..." -Modelle, die dem Anwender zeigen, welche Konsequenzen bestimmte Maßnahmen bzw. Maßnahmenbündel im Falle ihrer Verwirklichung nach sich ziehen. Im Gegensatz zu den optimierenden Modellen werden hier die zu prüfenden Maßnahmen von außen vorgegeben, d.h. es wird zugunsten der Operationalität auf zieloptimale Handlungsprogramme verzichtet. Wie jede Systembetrachtung muß auch die Analyse des Unternehmens unter zwei Aspekten erfolgen (GROCHLA, 1977, S.14ff):

  1. dem Strukturzusammenhang und
  2. dem Zeitverhalten.

Eine Analyse des Strukturzusammenhangs umfaßt die Ermittlung der im System vorhandenen Elemente mit ihren Eigenschaften und Beziehungen. Bei der Betrachtung offener Systeme gilt es zusätzlich die Beziehungen System - Umsystem abzubilden. In der Modellbildung wird der Gesamtzusammenhang der realen Unternehmung abgegrenzt und übersehbare Teilbereiche durch isolierende Abstraktion herausgegriffen. Es entstehen gedankliche Gebilde, die vereinfachte Abbildungen der Wirklichkeit darstellen. Bei dieser einfachen Form der Betrachtung zum Zwecke der Systembeschreibung und -identifikation handelt es sich um eine statisch - strukturelle Vorgehensweise, die sich zweckmäßigerweise an einer Input-Output Betrachtung orientiert. Auf diesem Weg der Untersuchung können nicht die Zustände und Verhaltensweisen, also das Verhalten in der Zeit, beschrieben und behandelt werden. Für eine solche dynamisch - funktionale Betrachtung des Objekts Unternehmen, in deren Mittelpunkt Stabilitätsuntersuchungen unter Berücksichtigung des Durchflusses von sich ändernden Strömungsgrößen stehen, eignen sich kybernetische und regelungstheoretische Untersuchungsmethoden (BAETGE, 1974, S.15ff).

Die quantitative Abbildung des Modells CASHPLAN erfolgt über ein System von Differentialgleichungen der allgemeinen Form (BERTALANFFY, 1968, S.56; KUHLMANN, 1973, S.315; FUCHS, 1974, S.46):

Der Zustandswert einer Variablen xi läßt sich zu jedem Zeitpunkt quantitativ bestimmen. Er ist abhängig von dem Anfangszustand der Variablen sowie ihrer Veränderung im Zeitablauf. Dieser Sachverhalt wird durch die nachfolgende Funktion dargestellt (KUHLMANN, 1973, S.316).

Aufgrund der Zukunftsorientiertheit enthält jegliche Planung ein Unsicherheitsmoment bezüglich des Eintritts künftiger Ereignisse. In dem Modell CASHPLAN wird die Unsicherheit dadurch entfernt, daß für alle Modellparameter sichere Erwartungen angenommen werden, d.h. alle Daten werden als Punktschätzungen eindeutig vorgegeben. Es handelt sich somit bei dem Modell CASHPLAN um ein deterministisches Simulationsmodell. In dem deterministischen Modell läßt sich der Unsicherheitsaspekt durch mehrmalige Modelläufe mit veränderten Parametern ausdrücken.

2 INHALTLICHE GESTALTUNG DES VORANSCHLAGSMODELLS

2.1 Ist-Analyse

"Die Aufstellung von Voranschlägen als Planungs- und Kontrollinstrument wird in der Literatur seit Jahrzehnten immer wieder mit neuen Argumenten empfohlen. Daraus läßt sich schließen, daß das Voranschlagsverfahren bis heute nicht die ihm zugesprochene praktische Bedeutung erlangt hat" (SIMON, 1986, S.56). Als Ursache läßt sich hierfür anführen, daß der Einsatz der Voranschlagsmethode als effizientes Steuerungs- und Kontrollinstrument mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist (zu den Prinzipien der Steuerung und Regelung in der Unternehmensführung vgl. KUHLMANN, WAGNER, 1986, S.414ff). Zunächst muß der Betriebsleiter eine Vielzahl von Teilplänen aufstellen und miteinander abstimmen. Um Möglichkeiten und Risiken der Planung abschätzen zu können, ist es in einem zweiten Schritt notwendig, einzelne Variablen zu verändern und deren Wirkung auf die Unternehmensliquidität sowie das Betriebsergebnis zu prüfen. Bei der Planumsetzung müssen schließlich die wichtigsten Prämissen verfolgt und kontrolliert werden. Bei dem traditionellen Voranschlag werden die einzelnen Planungsschritte auf dem Papier festgehalten. Die Folge ist neben dem Arbeitsaufwand eine unübersichtliche Papierflut.

In diesem Sinne stellt das von SIMON entwickelte Vorläufermodell zu CASHPLAN einen ersten Ansatz dar, ein in der Praxis handhabbares kurzfristiges, dynamisches Planungsmodell zu entwerfen und auf dem Personalcomputer zu installieren. CASHPLAN selbst ist eine Fortführung dieser Arbeit.

Auf einen historischen Abriß des Planungsverfahrens Voranschlag sowie auf den Vergleich mit anderen üblichen Planungsverfahren soll mit einem Verweis auf die Arbeit von SIMON (SIMON, 1986, S.38ff und S.45ff) verzichtet werden.

2.2 Leistungsumfang von CASHPLAN

Bei der inhaltliche Gestaltung des Modells CASHPLAN wurde eine konsequente Abgrenzung zwischen dem liquiditäts- bzw. rentabilitätsorientierten Bereich einerseits und den Produktionsbereich andererseits angestrebt. Programmodule, die die Produktionstechnik betreffen, wie etwa die Rationsgestaltung, wurden nicht in das Modell aufgenommen. Solche Daten sind als Input für CASHPLAN von speziellen Software-Paketen zu liefern bzw. den Unternehmensaufzeichnungen zu entnehmen. Für den Verzicht dieser Programmteile sprechen vor allem zwei Gründe:

  1. Spezialprogramme können diese Funktionen leistungsfähiger und vor allem sicherer erbringen.
  2. Jeder beliebige Produktionsprozeß kann ohne Eingriff in die Programmstruktur abgebildet werden.

Abbildung 1

Aufbau und Leistungsumfang des Modells CASHPLAN vermittelt die Abbildung 1. Die Gliederung in Module entspricht dem methodischen Aufbau der Arbeit in die drei Bereiche: Planung, Plan-Ist-Vergleich und Grafik. Das komplexe Modul "Planung" wird in der Abbildung 2 konkretisiert. Diese Abbildung zeigt die einzelnen Pläne sowie das Zusammenwirken der Pläne innerhalb dieses Moduls. Dem bottom-up--Prinzip folgend, vollzieht sich die Aufstellung der Unternehmenspläne auf drei Ebenen (Abbildung 2). Aus einem allgemeinen Kontenplan wählt der Anwender auf der untersten Modellebene alle die Konten aus, die in seinem Betrieb auftreten. In dieser Planungsphase findet die Abstimmung der Sach-, Finanz-, Produkt- und Faktorkontenpläne an die individuelle betriebliche Situation statt. Während die Kontenklassen und Kontengruppen in diesem Kontensystem fix vorgegeben sind, können sämtliche Einzelkonten frei definiert werden. Diese Möglichkeit stellt sicher, daß jeder landwirtschaftliche Betrieb abgebildet werden kann. Neben den Kontenplänen für Bewegungen definiert der Modellanwender in diesem Planungsabschnitt den Produktionsstellenplan. In ihm wird die vollständige Beschreibung aller Produktionsstellen (z.B. Feldstück, Schweinestall etc.) mittels Kontonummer, Bezeichnung und Kapazität (z.B. Hektar, Anzahl Mastplätze etc.) vorgenommen.

Abbildung 2

Auf der mittleren Modellebene werden die Naturalbewegungen abgebildet. Kennzeichnend für die Mengenpläne sind die Unternehmensfunktionen Beschaffung, Produktion und Absatz. Der Unternehmensleitung kommt hier die Aufgabe zu, die Zukaufs-, Verbrauchs-, Erzeugungs- und Verkaufsmengen zeit- und mengengenau zu erfassen und unter Berücksichtigung der Anfangsbestände aufeinander abzustimmen. Die Erzeugungs- und Verbrauchsmengen werden im Modell CASHPLAN in den Produktionsbudgets geplant. Die Initialisierung eines Produktionsplans wird durch Verknüpfung der Produktionsstelle mit der zugehörigen Produktart erreicht. Im Produktionsplan findet die exakte Beschreibung aller Maßnahmen sowie Ergebnisse nach Art, Menge und Zeitpunkt ihres Auftretens statt. Je nach Zweckmäßigkeit kann der Benutzer die Produktionsbudgets für Schläge bzw. für Buchten, für Teilstücke mit gleichen Bedingungen bzw. Stallkomplexe oder Produkte aufstellen.

Die Entscheidung auf welchem Niveau die Produktionspläne abgebildet werden, muß für jeden Betrieb individuell geklärt werden. In CASHPLAN kann der Benutzer nicht nur über die Zahl der Produktionspläne frei entscheiden, sondern gleichfalls die Gestaltung der Produktionsprozesse nach den betrieblichen Erfordernissen vornehmen. Dem Benutzer steht die Entscheidung frei, einzelne Maßnahmen in aggregierter Form oder sehr detailliert zu planen. Stellt es sich als sinnvoll dar, die Arbeitserledigung in einem Produktionsprozeß für einzelne Arbeitskräfte abzubilden, so ist dies ebenso zulässig wie die aggregierte Angabe der Arbeitsverrichtung.

In den Bestandsplänen werden die Erzeugungs- und Verbrauchsmengen der Produktionspläne mit den Zukaufs- und Verkaufsmengen kombiniert. Die Marktaktivitäten werden in diesem Plan zeit- und mengengenau erfaßt. Die Bilanzierung der Güterströme verschafft dem Modellanwender ein deutliches Bild über Produkt- und Betriebsmittelbestände. Im Arbeitsvoranschlag findet die Abstimmung des innerbetrieblichen Arbeitsbedarfs mit dem vorhandenen Arbeitspotential statt.

Die oberste Modellebene zeigt die Wirkung der geplanten Maßnahmen auf Liquidität, Rentabilität und Stabilität. Die Verrechnung der Mengenbewegungen erfolgt über den Preisplan. Für jedes Mengenkonto werden hier die zugehörigen Preise monatlich gespeichert.

Der Geldvoranschlag weist neben den Einnahmen- und Ausgabenströmen die Forderungen gegen Kunden sowie die Verbindlichkeiten gegen Lieferanten aus. Die hierarchische Gliederung des Kontenplans in Kontenklassen, Kontengruppen und Einzelkonten erlaubt Auswertungen auf allen drei Ebenen. Neben sehr differenzierten Auswertungen auf Kontenebene bietet CASHPLAN dem Anwender bei der Ergebnispräsentation auch komprimierte Darstellungen auf der Ebene der Kontengruppen und -klassen an. Während die sehr differenzierten Ergebnisabbildungen eine exakte Ursachenforschung erlauben, ermöglichen kompakte Übersichten eine rasche Orientierung über komplizierte Zusammenhänge. Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Wirkung der Planung auf den Unternehmensgewinn; die Bilanz zeigt die Wirkung auf die Unternehmensstabilität. Nur die Kombination der Ergebnispläne erlaubt Aussagen über die Güte des Plans.

Als weiteres Modul liegt in CASHPLAN ein komplexer Plan-Ist Vergleich vor. In diesem Modellabschnitt werden die Plan-Daten der einzelnen Sach-, Finanz-, Ertrags- und Aufwandskonten den korrespondierenden Ist-Größen gegenübergestellt. Die Eingabe der Ist-Daten erfolgt unmittelbar in diesem Modul. Die erforderlichen Ist-Daten sind vom Anwender bereitzustellen. Um die Verknüpfung von Plan- und Ist-Daten korrekt vornehmen zu können, ist vorauszusetzen, daß die Vergleichsgrößen die gleichen Komponenten beinhalten. Die Abstimmung der Plan- und Ist-Größen wird in dem Modell CASHPLAN in der Weise sichergestellt, daß hier die Möglichkeit besteht Konten, Kontengruppen und Kontenklassen in den Plan-Ist-Vergleich aufzunehmen bzw. die Plan-Mengen, Plan-Preise und Plan-Werte von Konten, Kontengruppen und Kontenklassen über die vier Grundrechenarten miteinander zu verknüpfen und so den vorhandenen Ist-Daten anzupassen. Auf diese Weise können alle erdenklichen Kennzahlen berechnet werden. Diese Kennzahlen können dann mit den eingetretenen Resultaten in Beziehung gesetzt werden. Die Abweichung der Plan-Daten von den Ist-Daten wird absolut bzw. prozentual ausgewiesen.

Da umfangreiche Tabellenausgaben wenig geeignet sind, Ergebnisse in leicht überschaubarer Form zu präsentieren, wurde in CASHPLAN ein Grafikmodul implementiert. Die wichtigsten Ergebnisse können hier als Histogramm oder als Liniendiagramm am Bildschirm angezeigt werden. Diese Form der Datenaufbereitung vermittelt dem Benutzer einen raschen Eindruck über die Resultate der Planung und liefert so Ansätze für Datenmanipulationen. Gleichfalls können auch die Daten des Plan-Ist-Vergleichs dem Modul Grafik zugeführt werden, so daß die Überprüfung der Planrealisierung anschaulich verfolgt werden kann.

Zur Programmierung von CASHPLAN wurde ein CLIPPER-Compiler unter MS-DOS herangezogen. Das Modell wurde als relationales Datenbankmodell entwickelt. Dadurch stehen sämtliche in ihm enthaltenen Informationen in einem Datenpool zur Verfügung und können auch für andere interessierende Auswertungen herangezogen werden. In der gleichen Weise kann CASHPLAN auch auf Daten anderer Datenbanken zugreifen, sofern die Datenbeschreibung den Modellerfordernissen angepaßt ist.

3 DER PRAKTISCHE EINSATZ DES MODELLS

Anhand einer Auswahl von Beispielsauswertungen soll exemplarisch auf einige zentrale Punkte des Modells näher eingegangen werden. Diese Auswahl spiegelt nicht alle Möglichkeiten des Modells wider, gibt jedoch Einblick in einige wichtige Komponenten des Systems.

Die gezeigten Auswertungsmöglichkeiten werden aus einem fiktiven 150 HA Betrieb abgeleitet, der Weizen, Gerste und Raps anbaut und außerdem eine Mastschweinehaltung mit 350 Stallplätzen betreibt.

Abbildung 3

Die Liquiditätsplanung für den Beispielsbetrieb leitet sich aus der weiter oben gezeigeten generellen Vorgehensweise bei der Erstellung eines Voranschlages für einen landwirtschaftlichen Betrieb ab. Hierbei war zu Beginn der Planung einer der wichtigsten Punkte das Aufstellen der Produktionspläne. Die Produktionspläne spiegeln die auf einem Betrieb tatsächlich vorhandenen Produktionsprozesse wider. Als Produktionsprozess, über den es hier einen Produktionsplan aufzustellen gilt, soll die Schlachtschweineproduktion herausgegriffen werden. Zur Erstellung eines Produktionsplanes müssen alle mengen- und wertmäßigen In- bzw. Outputs dargestellt werden. Diese In- und Outputs werden entlang der Zeitachse auf Monatsebene diskretisiert. So muß für jeden Monat die voraussichtliche Entwicklung der Mengen- bzw. Wertverläufe festgestellt werden. Die Inputs des Produktionsprozesses Schlachtschweine bzw. Schweinemast in diesem Beispiel sind zum einen Ferkel, Gerste und Ergänzungsfutter, zum anderen sonstiger allgemeiner Spezialaufwand für die Schweinemast und Arbeit, abgebildet in Form von Arbeitskraftstunden. Outputs dieses Produktionsprozesses sind Schlachtschweine, Verlustschweine und Schweinegülle. In Abbildung 3 sind alle diese Produktionsfaktoren bzw. Produkte durch ihre zugehörige Kontonummer eindeutig identifiziert. Bezugnehmend auf die Abbildung sind für den Beispielsbetrieb pro Jahr 1020 Ferkel notwendig, um die Produktionskapazitäten auszulasten. Alle zwei Monate werden 170 Ferkel zugekauft. Zur Aufrechterhaltung des Mastbetriebes wird als betriebseigenes Futter Futtergerste und als Zukauffutter Ergänzungsfutter verabreicht. Insgesamt werden in diesem Produktionsprozess pro Jahr 1800 dt betriebseigenes und 900 dt Ergänzungsfutter benötigt. Die Verabreichung dieses Futters erfolgt aus Gründen der Vereinfachung in jeweils gleichen Mengen pro Monat. An sonstigen Spezialaufwendungen wurden insgesamt 6000,- DM veranschlagt, hierunter fallen unter anderem Kosten für Medikamente und Tierarzt sowie andere notwendige Spezialaufwendungen. Diese Aufwendungen summieren sich im Jahresverlauf auf DM 6.000,00 DM.

Der Arbeitskräfteanspruch dieses Produktionsverfahrens beträgt monatlich 100 Akh, so daß insgesamt 1200 Akh/Jahr benötigt werden. Die Jahreserzeugung der Schlachtschweine beläuft sich auf 990 geplante Schweine, die analog dem Einstallrhythmus der Ferkel alle zwei Monate ausgestallt und zum Verkauf angeboten werden. Als Erfahrungswert ergeben sich aus 3% Verlusten bei der Mast 30 Verlustschweine pro Jahr, die der Vereinfachung halber ebenfalls alle zwei Monate anfallen.

Als letzter Output des Produktionsprozesses Schweinemast fällt schließlich Schweinegülle an, insgesamt 1800 cbm/Jahr.

Der hier erläuterte Produktionsplan ist also die - wenn auch vereinfachte - vollständige Darstellung des Produktionsprozesses Schweinemast mit allen mengen- und wertmäßigen In-bzw. Outputs, eine Bewertung der Mengenbewegungen mit Preisen vorausgesetzt.

Abbildung 4

Dieser so definierte Produktionsplan wirkt sich naturgemäß auf die Bestände des Betriebes aus. Exemplarisch sei hier auf das Bestandskonto "Schlachtschweine" und "Gerste", also der betriebseigenen Futterkomponente, eingegangen. Dies ist in der nächsten Abbildung 4 verdeutlicht.

Für das Konto Schlachtschweine (8103) ist im Jahresablauf die Erzeugung und der Verkauf der Schweine ersichtlich: alle zwei Monate 165 Stück, insgesamt 990 Schweine.

Das Konto Futtergerste (5116) als Bestandskonto weist einen Anfangsbestand von 0 dt Anfang Juli aus. In diesem Fall erfolgt kein Zukauf durch den Anwender (Zukauf (A)) und auch kein Zukauf durch das System (Zukauf (S)), wobei ein Systemzukauf automatisch dann durchgeführt werden würde, wenn es zu einem Bestand von weniger als 0 dt durch Verbrauch bzw. Verkauf kommen würde. Durch die Ernte im Juli werden 3750 dt erzeugt und gehen auf das Getreidelager. Der Gesamtverbrauch des Futtergetreides, der durch den Produktionsplan Schweinemast mit 1800 dt festgelegt war, verteilt sich auf die 12 Monate in jeweils 150 dt pro Monat. Dadurch wird ein Verkauf von Gerste im Monat März in Höhe von 1900 dt ermöglicht, so daß der Endbestand am Ende der Planungsperiode bzw. zu Beginn der nächsten Ernte im Juli noch 50 dt beträgt. Diese hier am Beispiel gezeigten Planungsprozesse müssen für alle Produktionspläne bzw. Produktionsprozesse des Betriebes und für alle Bestands- und Bewegungskonten durchgeführt werden. All diese Planungsaktivitäten werden dann im Auswertungsteil des Modelles, hier der Finanzplanung bzw. der Liquiditätsübersicht, die in Abbildung 5 gezeigt ist, zusammengeführt.

Abbildung 5

In dieser Tabelle sind die Ausgangsdaten der Liquiditätsplanung, die Forderungen gegen Kunden, die Verbindlichkeiten gegen Lieferanten, der Zahlungsmittelbestand und der Kontokorrentkredit dargestellt. Als wichtige Planungs- und Steuerungskomponente soll hier der Kontokorrentkredit herausgegriffen werden. Durch den Kontokorrentkredit sind naturgemäß Liquiditätsengpässe des Betriebes auszugleichen. Als Anfangsbestand wird in diesem Beispiel der Endbestand des Kontokorrentkontos nach Abschluß des Buchführungsjahres angegeben. Die Kreditlinie erschöpft sich bei DM 100.000, der kalkulierte Zinssatz beträgt 12%. Die Planungsperiode beginnt mit einem Anfangsbestand von DM 20.000 auf dem Kontokorrentkonto. Immer dann, wenn ein Finanzmittelüberschuß durch höhere Einzahlungen als Auszahlungen durch das System festgestellt wird, nimmt das System automatisch eine Kredittilgung, im umgekehrten Fall eine Kreditaufnahme vor. Zu Beginn des Planungsprozesses im Monat Juli sind die Auszahlungen höher als die Einzahlungen, so daß das Modell eine Kreditaufnahme von DM 65.572 vorsieht, was zu einer Zinsbelastung von DM 856 führt. Die Kreditlinie von 100.000 DM ist hiermit noch nicht vollständig erschöpft. Es verbleibt ein Kreditrahmen von DM 13.572. Im zweiten Monat der Planungsperiode (August) kann das System von dem Endbestand des Vormonates 85.150 DM tilgen, es braucht demzufolge zu keiner Kreditaufnahme zu kommen. Die Zinsbelastung sinkt auf 13 DM, die verbleibende Kreditlinie steigt auf 98.709 DM. Dieser Prozess wird entsprechend für alle Monate des Planungszeitraumes vollzogen.

Abbildung 6

Das Modell ermöglicht nicht nur Auswerungen in tabellarischer Form, sondern auch die Erstellung von Grafiken, was am Beispiel der Einzahlungen/Auszahlungen und dem oben geschilderten Liquiditätsverlauf in Abbildung 6 und Abbildung 7 gezeigt ist. Besonderes Augenmerk soll hier auf den Monat September gelegt werden, in dem die Kreditlinie nahezu vollständig ausgeschöpft ist. Es verbleiben hier lediglilch noch DM 9.800, um die Kreditlinie zu überschreiten und zu einer kritischen Zahlungsunfähigkeit des Betriebes zu gelangen.

Abbildung 7

Durch relativ kleine Schwankungen in den prognostizierten Faktor- bzw. Produktpreisen oder auch durch Schwankungen im Mengengerüst kann es in diesem Monat zu einer gefährlichen Näherung an die Grenze der Kreditlinie kommen. Das heißt also, wenn beispielsweise die Preise für Mastschweine nicht dem vorhergesehenen Preis entsprechen bzw. die Preise für das Zukauffutter über den vorhergesehenen Preisen liegen oder wenn sich mengenmäßige Schwankungen in der Schweinefleischproduktion, beispielsweise durch eine Infektion im Schweinestall ergeben, wird der Betrieb an die Grenze seiner Kreditlinie stoßen und somit illiquide. Durch den hier vorgestellten Planungsapparat kann solchen Situationen nun vorgebeugt werden.

Abbildung 8

Zunächst soll gezeigt werden, wie sich eine mengenmäßige Schwankung auf die Kreditlinie auswirken kann. Es sei hier angenommen, daß durch eine Krankheit im Schweinestall im Monat Oktober lediglich 115 anstelle der 165 Schweine verkauft werden können. Diese Differenz von 50 Schweinen führt zu einer Überschöpfung der Kreditlinie, wie in Abbildung 8 gezeigt. Diese Abbildung beginnt in den Monaten Juli, August und September ebenso wie die Abbildung 5. Lediglich im Monat Oktober, wo der mengenmäßige Einbruch im Schweinestall erfolgte, zeigt sich, daß die Kreditlinie um DM 2.123 überzogen ist.

Für den Betrieb also signalisiert diese Planung, daß besonders im Monat Oktober, aber bereits auch schon im Monat September, vorsichtig kalkuliert werden muß. Durch vorgezogene Verkäufe beispielsweise von Gerste, deren Verkauf in diesem Beispiel erst im März vorgesehen war, kann es zu einer Beseitigung dieser gefährlichen Situation kommen. Auch aus einem anderen Grund könnte es angeraten sein, den Verkauf der Futtergerste vorzuziehen, nämlich dann, wenn die realisierenden Zugewinne durch die Preisstaffel des Getreidepreises geringer ausfallen würden als die geringer werdende Zinsbelastung durch den früheren Verkauf.

4 KONZEPT DES COMPUTERGESTÜTZTEN PLANUNGS- UND KONTROLLSYSTEMS CASHPLAN

4.1 Ablauf des Modelleinsatzes

Methodisch gliedert sich das Modell CASHPLAN in drei Abschnitte, deren theoretische Grundlagen bereits in Abschnitt 1.4 dargestellt wurden.

Abbildung 9

1. Aufstellung des Basismodells.

Zunächst entwirft der Unternehmensleiter grob ein Basismodell. Es handelt sich hierbei um eine exakte Quantifizierung der künftigen Unternehmensabläufe. Die Verknüpfung der einzelnen Teilpläne liefert konkrete Einsicht in die Konsequenzen der geplanten Maßnahmen. Der Aufstellung des Basismodells einschließlich der folgenden Berechnungen schließt sich die Ergebnisbeurteilung an. Werden diese von der Unternehmensleitung für zulässig befunden und sind darüber hinaus die gewünschten Ziele erreicht, so ist der erste Schritt der Planung abgeschlossen (Abbildung 9).

2. Vorausschauende Kontrolle.

Die Sensitivitätsanalyse verfolgt den Zweck, die spezifischen Planungsrisiken aufzudecken und handhabbar zu machen. Die Sensitivitätsanalyse vollzieht sich in zwei Schritten:

  1. Es erfolgt die systematische Parametervariation mit dem Ziel, die verschiedenen Modellkomponenten auf ihre Wirkung gegenüber dem Gesamtergebnis zu testen.
  2. Die Beurteilung der einzelnen Variablen an Hand der Stärke der sich aus der Parametervariation ergebenden Abweichung von bestimmten Vorgaben.

In dieser Planungsphase bekommt der Unternehmensleiter ein Gespür für die Variablen, die einen besonders bedeutsamen Einfluß auf das Unternehmensgeschehen haben. Problemfelder des Unternehmensvoranschlags werden erkannt, analysiert und durch geeignete Maßnahmen entschärft (Abbildung 9).

3. Rückblickende Kontrolle.

Gegenstand der rückblickenden Kontrolle ist der Vergleich der geplanten Maßnahmen einschließlich der erwarteten Ergebnisse mit den tatsächlich realisierten Maßnahmen und Ergebnissen (Abbildung 10).

Abbildung 10

Planung und Kontrolle werden in dem Bewußtsein durchgeführt, daß diese Instrumente den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmung günstig beeinflussen werden. Die erwarteten Wirkungen können wie folgt beschrieben werden:

  1. Indem zukunftsbezogene Unternehmens- und Umweltinformationen in der Planung erfaßt werden, ist es dem Unternehmensleiter möglich, die Unternehmensziele "richtig" zu setzen und den Einsatz der Ressourcen optimal vorzunehmen.
  2. Die Durchleuchtung des Unternehmens bezüglich Ablauf und Struktur wirkt günstig auf das Zusammenspiel der einzelnen Unternehmensfunktionen und -bereiche. Dies ermöglicht Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und mit entsprechenden Maßnahmen entgegenzuwirken.
  3. Der konsequente Einsatz des Planungsinstrumentariums zwingt den Betriebsleiter nicht nur gegenwärtige Marktchancen zu nutzen, sondern gleichfalls langfristige Entwicklungen zu berücksichtigen.
  4. Künftige Problemsituationen werden rechtzeitig erkannt und fließen mit in die unternehmerische Entscheidung ein. Sach- und Zeitzwänge können vermieden werden und Handlungsspielräume entstehen.
  5. Planung ist die Voraussetzung wirksamer Kontrolle. Einerseits erhält die Planung ihre Wirksamkeit erst in Verbindung mit der Kontrolle und andererseits kann nur das kontrolliert werden, was zuvor in Plänen fixiert wurde. Der Vergleich der Plandaten mit den Ist-Werten liefert der Unternehmensleitung Informationen über den Grad der Zielerreichung. In diesem Zusammenhang kommen der Kontrolle folgende Aufgaben zu: In Bereichen, in denen Fehlentwicklungen festgestellt werden, können unmittelbar Maßnahmen eingeleitet werden. Von solchen gezielten Aktionen ist eine günstigere Wirkung zu erwarten als von allgemein gehaltenen Maßnahmen.
  6. Neben der Kontrolle am Ende einer Planperiode ist es zweckmäßig, auch während der Durchführungsphase Kontrollen in den Plan zu integrieren. Hierbei gilt es, frühere Prämissen, die als Grundlage für Planerstellung und Planverabschiedung dienten, mit aktuellen Informationen zu vergleichen. Anhand dessen kann festgestellt werden, ob die im weiteren vorgesehenen Maßnahmen noch die Zielerreichung fördern, und ob die angestrebten Ziele überhaupt zu erreichen bzw. noch erstrebenswert sind.

4.2 Zeitpunkt oder Zeitraumliquidität

Mit der Fixierung von Planungsbeginn und Planungsendpunkt legt der Unternehmensleiter den Planungszeitraum fest; grundsätzlich gilt, daß die maximale Dauer der Planperiode durch das Informationsangebot und die Sicherheit der Information, also durch den Stand des Wissens, begrenzt ist. Ausgeglichene Zeiten wirken hierbei verlängernd auf die maximale Länge des Planungszeitraums, unsichere verkürzend (MELLEROWICZ, 1972, S.148ff; VOßBEIN, 1974, S.24ff; KUHLMANN, 1978, S.241ff; ZIEGENBEIN, 1984, S.25ff). Der Planungshorizont des Modells CASHPLAN beträgt ein Jahr. Die Planaufstellung kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt aufgenommen werden.

Jede Betrachtung der Liquidität hat grundsätzlich von zeitpunktbezogener Liquidität im Sinne einer Momentanliquidität auszugehen. Strenggenommen muß gewährleistet sein, daß in jedem Zeitraum der Betrachtung finanzielles Gleichgewicht herrscht, das heißt, daß eine Übereinstimmung zwischen Zahlungsbereitschaft und Zahlungsverpflichtung besteht (WITTE, 1963, S.12; SÜCHTING, 1984, S.10). Statt einer theoretischen Zeitpunktliquidität - mit einer Periodenlänge gegen Null - wird in diesem Modell die praktikable Form der Zeitraumliquidität gewählt. Die Einteilung des Planungszeitraums in kürzere Intervalle (Tage, Wochen, Monate, Quartale) ist entsprechend den Erfordernissen vorzunehmen. Inwieweit die Unternehmung tatsächlich von der geforderten Zeitpunktliquidität abgehen kann, ohne in Gefahr der Illiquidität zu geraten, hängt von der Art der Unternehmung und ihren Möglichkeiten ab, kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten durch Zwischenkredite auszugleichen. Das Planjahr ist in dem Planungs- und Kontrollmodell CASHPLAN in 12 Monate unterteilt. Für jeden Monat der Planperiode werden die Liquiditätssaldi gebildet. Diese Praktikabilitätsgrenze führt dazu, daß die für den einzelnen Monat ausgewiesene Liquidität nicht in jedem Zeitpunkt Liquidität garantiert - z.B. an einzelnen Tagen - sondern nur Zahlungsdefizite bzw. -überschüsse für die gesamte Periode offenlegt. Ein positiver Monatssaldo kann sehr wohl mit Illiquidität in der ersten Woche des Monats verbunden sein, wenn sich nämlich die Ausgaben in dieser Woche bzw. die Einnahmen in den folgenden Wochen konzentrieren.

4.3 Theorie der Kontenpläne

4.3.1 Aufbau des Kontenrahmens

CASHPLAN arbeitet mit einem dreistufig hierarchisch aufgebauten Kontenrahmen. Über dieses Kontenplansystem erfolgt die Zusammenfassung verwandter Konten zu Kontengruppen bzw. Kontengruppen zu Kontenklassen. Den Kontenklassen sind einstellige Ziffern (0-9) zugeordnet. Die Kontenklassen sind in Kontengruppen aufgegliedert, und zwar je in höchstens zehn Gruppen. Sie bieten die Möglichkeit, innerhalb der Kontenklassen nach sachlichen und funktionalen Gesichtspunkten zu unterscheiden. Die Kontengruppennummern sind zweistellig (00-99), wobei die erste Ziffer die Zuordnung zu einer bestimmten Kontenklasse darstellt. Die Kontengruppen bilden die mittlere Stufe des Kontenplans. Die im Kontenrahmen angegebenenen Kontengruppen bedürfen größtenteils noch der Ergänzung durch detailliertere Angaben. Diese leisten die Einzelkonten auf der dritten Stufe des Kontenplans. Um dem Betriebsleiter eine ausreichende Zahl von Einzelkonten anbieten zu können, werden den Konten vierstellige Zahlenkombinationen zugewiesen. Die ersten beiden Ziffern stellen die Verbindung zu der übergeordneten Kontengruppe bzw. Kontenklasse her. Die Ziffern 3 und 4 ergeben sich aus der laufenden Durchnumerierung zusammengehöriger Konten. Maximal können so 100 Einzelkonten einer Kontengruppe zugeordnet werden, eine Beschränkung bei der Abbildung von Einzelkonten scheint daher ausgeschlossen. Wie detailliert der Kontenplan angelegt wird, ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Entsprechend dem Informationsangebot bzw. -bedarf des Betriebs sowie unter Berücksichtigung des entstehenden Arbeitsaufwands wird ein den Bedürfnissen angepaßtes Kontenplansystem konzipiert. Das Kontenplansystem besteht maximal aus 10 Kontenklassen, 100 Kontengruppen und 10000 Konten.

4.3.2 Arten der Kontenpläne

Abbildung 11

Der Gliederung des Unternehmens in Produktionsstellen sowie der Abbildung sämtlicher Mengen- und Wertebewegung dienen in dem Modell CASHPLAN zwei verschiedene Typen von Kontenplänen. Entsprechend der Zuordnung unterscheidet man Kontenpläne für Produktionsstellen sowie Pläne für Bewegungskonten. Die Kontenpläne sind als Stammdaten des Modells zu betrachten, da nach dem einmaligen Anlegen bei der Einführung nur noch die Datenpflege, also die Aktualisierung der Daten, anfällt. In dem Produktionsstellenplan werden die einzelnen betrieblichen Produktionsstellen erfaßt. Die Gliederung dieses Plans in Kontenklassen, -gruppen und Einzelkonten erfolgt durch den Modellanwender. Im Gegensatz zu dem Produktionsstellenplan, der in allen Punkten frei von dem Betriebsleiter entworfen werden kann, erfolgen Auswahl und Benennung der Einzelkonten für Bewegungen in einem fest vorgegebenen Rahmen von Kontenklassen und -gruppen (Abbildung 11). Innerhalb dieses Rahmens kann der Benutzer einen flexiblen Kontenplan für seinen Betrieb entwerfen. Die Zielsetzung des Planungs- und Kontrollsystems (Abbildung der Unternehmensliquidität) und das Bestreben, gemischte Konten zu vermeiden, legen eine grundsätzliche Trennung der Konten nach Zugängen und Abgängen nahe:

  1. Die Anlagenkonten einschließlich Finanzanlagen werden von den Kontenklassen 0 und 1 aufgenommen. Für die Planung der Kapitalkonten stehen die Kontenklassen 2 und 3 bereit. Zugänge und Abgänge in diesen Kontenklassen werden überwiegend in monetären Größen geplant.
  2. Bewegungen im Bereich der Betriebsmittel werden in den Kontenklassen 4 bis 6 verbucht. Es handelt sich hierbei um die mengenmäßige oder wertmäßige Erfassung von Zugängen durch Beschaffung von Gütern und Diensten und deren Abgang als Betriebsaufwand.
  3. Die Kontenklassen 7 bis 9 sind den pflanzlichen, tierischen und sonstigen Erzeugnissen vorbehalten. Hier wird der Absatz von Produkten, Waren und Diensten sowie deren Erzeugung festgehalten.

In dem CASHPLAN wird ein allgemeiner Kontenplan vorgegeben, aus dem der Modellanwender schnell und sicher einen eigenen, unternehmensspezifischen Kontenplan entwickeln kann.

4.4 Abbildung des betrieblichen Mengen- und Preisgerüsts

4.4.1 Betrieblicher Preisplan

Ein vollständiger Preisplan beinhaltet für alle Mengenkonten, d.h. Konten, denen physische Einheiten zugewiesen wurden, die monatlichen Planpreise je Einheit. Sowohl der Finanzplan als auch der Erfolgs- und Bilanzplan bilden die Güterarten wertmäßig ab. Daher muß die Umrechnung der in den Mengenplänen abgebildeten Güterströme über den Preisplan sichergestellt werden. Der Modellanwender hat für jedes Mengenkonto des betrieblichen Kontenplans in jedem Monat der Planperiode einen entsprechenden Preis je Einheit im Preisplan abzutragen. Der Preisplan entspricht somit einer zweidimensionalen Matrix mit den Vektoren Konto und Zeit.

4.4.2 Produktionspläne im Modell CASHPLAN

Alle Prozesse der betrieblichen Leistungserstellung werden in Form von Produktionsplänen entworfen und als Produktionsbudgets festgeschrieben. Das Produktionsbudget dient der vollständigen Beschreibung einzelner Produktionsverfahren. Es entsteht aus der Verknüpfung einer Produktionsstelle, also dem Ort der Produktion, mit der zugehörigen Produktart. Die Betriebsleitung stellt innerhalb der Produktionsbudgets dar, welcher Aufwand bzw. Ertrag, wann, wo und in welchem Umfang durchgeführt bzw. erzielt wird. Jedes Ergebnis bzw. jede Maßnahme, jeweils repräsentiert durch ein Ertrags- oder Aufwandskonto, wird zeit- und mengen- bzw. wertgenau in Form eines Datensatzes im Produktionsplan abgebildet. Der Produktionsplan besteht aus einer Folge von Datensätzen, die in ihrer Gesamtheit alle Maßnahmen und Ergebnisse für einen Produktionsprozeß in einem festgelegten Zeitraum wiedergeben. Die Entwicklung dieser Datensätze für die verschiedenen Produktionsprozesse steht daher im Mittelpunkt dieser Betrachtung. Dies setzt folgende Überlegungen voraus:

  1. Die Erfassung der Erträge und Aufwände wird auf den zugehörigen Produktionsstellen vorgenommen. Der Datensatz integriert Produktart, Produktionsstelle sowie die konkrete Aktivität. Demnach müssen Zuordnungen für alle drei Bereiche erfolgen.
  2. Ertrag bzw. Aufwand werden zeitgenau im Produktionsplan erfaßt.
  3. Sowohl Mengen als auch Werte können innerhalb des Produktionsprozesses verbraucht oder erzeugt werden. Die Produktionspläne erlauben daher die mengen- oder wertmäßige Erfassung von Maßnahmen und Ergebnissen.
  4. Ertragskonten stehen in direktem Bezug zu einer Hauptproduktionsstelle. Aufwandskonten können dagegen sowohl einer Haupt- als auch einer Hilfsproduktionsstelle zugeordnet werden.

Abbildung 12

In seiner Struktur entspricht der betriebliche Produktionsplan einer dreidimensionalen Matrix mit den Vektoren Konto, Zeit und den einzelnen Produktionsplänen. Innerhalb des Modells CASHPLAN dienen die Produktionsbudgets der Quantifizierung der Güterströme sowie der Arbeit. Die hier abgebildeten Größen werden in den übergeordneten Plänen weiterverarbeitet. Zu diesem Zweck müssen die Daten der Produktionspläne problemgerecht aufbereitet werden (Abbildung 12); dieser Prozeß erfolgt in zwei Schritten:

  1. Produktionsprogramme, die schlag- oder buchtenweise geplant wurden, werden in einer ersten Zwischenrechnung unabhängig von den Produktionsstellen auf Produktebene zusammengefaßt; Auswertungen für einzelne Produkte können nun durchgeführt werden. Die dreidimensionale Produktionsmatrix besteht aus den Vektoren Konto, Zeit, Produkt.
  2. Für die Bestandsrechnungen werden die Mengen bzw. Werte gleicher Verbrauchs-und Erzeugungskonten zusammengefaßt. Die Produktionsmatrix wird von den beiden Vektoren Konto und Zeit gebildet. Jedes Konto erscheint in einer zweidimensionalen Matrix von Konto und Zeit jeweils nur einmal.

4.4.3 Beständeplanung

In dem vorliegenden Abschnitt werden die Planung der Bestände für Betriebsmittel, Produkte und Arbeitskräfte dargelegt. Innerhalb dieser Pläne erlangt die Unternehmensleitung Einsicht in die Entwicklung der Liquiditäten für die drei angesprochenen Bereiche. Diesem Modul lassen sich innerhalb des Gesamtkonzepts zwei Funktionen zuweisen:

  1. Kontrolle der naturalen Liquidität.
    Um Störungen des Produktionsablaufs zu vermeiden, ist eine detaillierte Beschaffungsplanung vorzunehmen. In diesen Plänen werden die Betriebsmittel nach Mengen, Qualitäten und Beschaffungszeitpunkt abgebildet.
  2. Erhöhung des Unternehmensgewinns.
    Beschaffungs- und Absatzplan bilden einen Bestandteil des Unternehmensgesamtmodells und müssen dementsprechend mit den übrigen Teilplänen abgestimmt sein. Die Verbrauchs- und Erzeugungsmengen beziehen die beiden Pläne aus dem Produktionsbudget. Die Beschaffungs- und Absatzaktivitäten im Bereich der Betriebsmittel und Produkte zeigen ihre Wirkung auf die Unternehmensliquidität und damit indirekt auf den Gewinn, indem die Zukaufs- und Verkaufsmengen mit den zugehörigen Preisen bewertet werden und Eingang in die entsprechenden Pläne finden. Die Aktivitäten in Beschaffung und Absatz sind in der Weise zu steuern, daß sie die Unternehmensziele maximal fördern. Dem Unternehmensleiter liefert dies wichtige Entscheidungshilfen bei anstehenden Dispositionen. Beispielsweise können erwartete Preisschwankungen nach der einen oder anderen Seite die Bestellmenge aus spekulativen Erwägungen heraus variieren lassen.

Eine Abbildung der Bestandsentwicklung läßt sich mathematisch exakt über ein System von Differentialgleichungen dargestellen. Die Änderung des (Produkt- oder Betriebsmittel-) Bestands i zu einem beliebigen Zeitpunkt t läßt sich aus den Zugängen durch Erzeugung und Zukauf bzw. aus den Abgängen durch Verbrauch und Verkauf ableiten (F 1).

Formel 1

Zeichenerklärung:

Q(i,t)= Bestand der Menge i zum Zeitpunkt t
QErz(i,t)= Erzeugung der Menge i zum Zeitpunkt t
QZuk(i,t)= Zukauf der Menge i zum Zeitpunkt t
QVerb(i,t)= Verbrauch der Menge i zum Zeitpunkt t
QVerk(i,t)= Verkauf der Menge i zum Zeitpunkt t
i= 1 .. I
t= 1 .. T

Die Bestandswerte berechnen sich aus den Lagermengen zum Zeitpunkt des Planungsbeginns t(0) zuzüglich der Bestandsänderung (F 2).

Formel 2

Zeichenerklärung:

Q(i,)= Bestand der Menge i zum Zeitpunkt
Q(i,0)= Anfangsbestand der Menge i
QErz(i,t)= Erzeugung der Menge i zum Zeitpunkt t
QZuk(i,t)= Zukauf der Menge i zum Zeitpunkt t
QVerb(i,t)= Verbrauch der Menge i zum Zeitpunkt t
QVerk(i,t)= Verkauf der Menge i zum Zeitpunkt t
i= 1 .. I
= 1 .. T

Die Diskussion der Zeitraum-/Zeitpunktliquidität in Abschnitt 5.2 hat gezeigt, daß die Abbildung der Bestandsentwicklung zu jedem Zeitpunkt über Differentialgleichungen nicht eingehalten werden kann. Statt einer kontinuierlichen Darstellung der Betriebsmittel-, Produkt- und Arbeitsbestände wird in dem vorliegenden Modell vereinfacht angenommen, daß die Produktionsaktivitäten mit allen Erzeugungs- und Verbrauchsmengen sowie die Maßnahmen der Beschaffung und des Absatzes jeweils am Monatsende stattfinden. Die Formulierung der Bestandsgleichungen erfolgt daher über ein System von Differenzengleichungen.

4.4.3.1 Beschaffungsplan

Innerhalb der Beschaffungspläne wird festgehalten welche Faktoren, in welchen Mengen und Qualitäten, zu welchen Zeitpunkten zur Verfügung stehen müssen, damit der Betriebsprozeß nicht ins Stocken gerät. Formal muß im Bereich der Beschaffung dem Gleichgewicht von Güterzugang und -abgang (Formel F 3) dieselbe Bedeutung beigemessen werden wie im nominalen Sektor.

Formel 3

Zeichenerklärung:

BB(i,t)= Bestand für ein Betriebsmittel i im Monat t
i= 1 .. I
t= 1 .. 12

Gewisse Abweichungen liegen auf einer anderen Ebene. Während Illiquidität im finanziellen Bereich die Auflösung der Unternehmung nach sich zieht, führen Abweichungen innerhalb der Betriebsmittelbereitstellung zu wirtschaftlichen Einbußen. Da es nicht möglich ist, Güterbeschaffung und -verbrauch exakt aufeinander abzustimmen, wird, sofern es sich um lagerfähige Artikel handelt, zwischen die Phasen der Beschaffung und der Produktion die Lagerhaltung geschaltet. Abweichungen vom technischen Gleichgewicht treten in der Praxis häufig auf und führen zu erhöhten Lagerkosten oder Leerlauf in der Produktion. Da Abweichungen vom geplanten Produktionsumfang hohe Kosten verursachen, wird die Unternehmensleitung versuchen, solche Fälle auszuschließen. Innerhalb der Beschaffungsplanung gilt es, die Betriebsmittelbestände an ein Optimum heranzuführen, so daß Störungen innerhalb der Produktion verhindert und die Kosten der Lagerhaltung minimal gehalten werden. Bei der Aufstellung der Beschaffungspläne wird der Unternehmensleiter zunächst feststellen, inwieweit der produktionsbedingte Güterbedarf aus den vorhandenenen Lagern gedeckt werden kann. Gleichzeitig wird er prüfen, ob der Mindestbestand, der von ihm entsprechend der Risikoneigung festgelegt wird, angegriffen und gegebenenfalls aufgefüllt werden muß.

Wird das Betriebsmittel nur sporadisch in der Unternehmung eingesetzt - Saatgut, Dünger, Spritzmittel u.ä. - so ergibt sich die Bestellmenge Q für ein Betriebsmittel i im Monat t nach der Gleichung:

Formel 4

Zeichenerklärung:

Q(i,t)= Bestellmenge des Betriebsmittels i im Monat t
BB(i,0)= Anfangsbestand des Betriebsmittels i
Bzuk(i,t)= Zukauf des Betriebsmittels i im Monat t
BErz(i,t)= Erzeugung des Betriebsmittels i im Monat t
BVk(i,t)= Verkauf des Betriebsmittels i im Monat t
BVb(i,t)= Verbrauch des Betriebsmittels i im Monat t
BE(i,t)= Eiserner Bestand des Betriebsmittels i im Monat t
i= 1 .. I
t= 1 .. 12

Gelangen die Betriebsmittel dagegen kontinuierlich in den Produktionsprozeß, dies trifft für Futtermittel, Treibstoff u.ä. zu, tritt neben die Bedarfsermittlung für die laufende Produktion die Bestimmung der optimalen Bestellmenge. Es gilt hier die Bestellmengen so zu wählen, daß die Kosten pro beschaffter Einheit insgesamt ein Minimum aufweisen (GROCHLA, 1980, S.152f).

Abbildung 13

Die Bestandsführung in dem Modell CASHPLAN weist die Bestände für die einzelnen Betriebsmittel i zu jedem diskreten Zeitpunkt t (t=1,2 .. 12) der Planperiode aus (Abbildung 13).

Stellt sich für ein betrachtetes Betriebsmittel ein Bestand kleiner Null ein, so muß ein Zukauf eingeleitet werden, der mindestens den Fehlbestand ausgleicht. In dem Modell kann der Betriebsmittelzukauf in zweierlei Weise erfolgen. Zum einen kann ein zeitgenau geplanter Zukauf durch den Betriebsleiter vorgenommen werden, zum anderen leitet das System dann selbsttätig einen Zukauf ein, wenn es einen negativen Bestand abzuwehren gilt. Es wird in dem zweiten Fall immer genau die Menge eines Betriebsmittels geordert, die dem erwarteten Fehlbestand entspricht (F 5).

Formel 5

Zeichenerklärung:

BZukS(i,t)= Zukauf des Betriebsmittels i im Monat t
BB(i,t)= Bestand des Betriebsmittels i im Monat t
i= 1 .. I
t= 1 .. 12

Die modellinterne Steuerung der Bestände führt zu Ergebnissen, die or

ganisatorisch und ökonomisch nicht immer wünschenswert sind. Aus diesem Grund wird die erste Variante des Zukaufs (Anwender-Zukauf) in der Mehrzahl der Fälle greifen, die zweite (System-Zukauf) kann dagegen nur die Ausnahme bilden.

Der Betriebsmittelbestand ändert sich in einem Plan-Monat gemäß der Gleichung:

Formel 6

Zeicherklärung:

BB(i,t) = Bestand des Betriebsmittels i im Monat t
BB(i,t-1) = Anfangsbestand des Betriebsmittels i
BZukP(i,t) = Geplanter Zukauf des Betriebsmittels i im Monat t
BZukS(i,t) = System Zukauf des Betriebsmittels i im Monat t
BErz(i,t) = Erzeugung des Betriebsmittels i im Monat t
BVb(i,t) = Verbrauch des Betriebsmittels i im Monat t
BVk(i,t) = Verkauf des Betriebsmittels i im Monat t
i = 1 .. I
t = 1 .. 12

Neben dem Zukauf erhöht die innerbetriebliche Erzeugung von Produktionsfaktoren den Bestand eines Betriebsmittels. Häufige Beispiele im landwirtschaftlichen Sektor bilden hierfür der Anbau von Futterpflanzen, die Erzeugung von Ferkeln für die Mastschweinehaltung bzw. der Anfall von organischen Düngemitteln innerhalb der Viehhaltung.

Der Gesamtverbrauch für ein Betriebsmittel i im Planungsmonat t (BVb(i,t)) resultiert aus den Einzelverbräuchen des Betriebsmittels in den verschiedenen Produktionsprozessen der Bereiche Boden, Vieh und sonstiger Betrieb (F 7).

Formel 7

Zeichenerklärung:

BVb(i,t) = Verbrauch des Betriebsmittels i im Monat t
Boden(j(i),t) = Verbrauch des Betriebsmittels i im Produktionsprozeß j der Bodenproduktion im Monat t
Vieh(k(i),t) = Verbrauch des Betriebsmittels i im Produktionsprozeß k der Viehhaltung im Monat t
Sonst(l(i),t) = Verbrauch des Betriebsmittels i im Produktionsprozeß l der sonstigen Produktion im Monat t
i = 1 .. I
t = 1 .. 12

Als letzter Faktor hat der Verkauf von Betriebsmitteln Einfluß auf den Betriebsmittelbestand. Diese Variable kommt bei solchen Betriebsmitteln zum Zuge, die im Betrieb erzeugt und wahlweise verkauft bzw. innerbetrieblich verwendet werden können. Als typisches Beispiel der Landwirtschaft kann der Winterweizen angeführt werden.

4.4.3.2 Planung der Absatzaktivitäten

Die Absatzplanung folgt dem Ziel, die Lagerung und den Verkauf der erzeugten Produkte entsprechend den Unternehmenszielen zu steuern. Sofern die Unternehmung über entsprechende Lagerkapazitäten verfügt steht die Frage an, ob lagerfähige Produkte unmittelbar nach der Erzeugung verkauft oder zunächst in dem Betrieb zwischengelagert werden sollen. Der Preis für Getreide erreicht nach der Ernte einen Tiefstand. In der folgenden Zeit steigt der Preis kontinuierlich (Reports) an. Übersteigen die zusätzlich zu erwartenden Einnahmen die Kosten, die mit der Lagerhaltung einhergehen (Abschreibungen, Lohn, Schwund, Zins), so ist es sinnvoll, die Lagerhaltung durchzuführen.

Die Berechnung der aktuellen Lagerbestände entspricht dem Verfahren, welches für die Betriebsmittel dargelegt wurde. Das Modell verbucht Bestandserhöhungen bzw. Minderungen gemäß folgender Gleichung:

Formel 8

Zeicherklärung:

PB(i,t) = Bestand des Produkts i im Monat t
PB(i,t-1) = Anfangsbestand des Produkts i
PErz(i,t) = Erzeugung des Produkts i im Monat t
PZuk(i,t) = Zukauf des Produkts i im Monat t
PVb(i,t) = Verbrauch des Produkts i im Monat t
PVk(i,t) = Verkauf des Produkts i im Monat t
i = 1 .. I
t = 1 .. 12

4.4.4 Planung des Arbeitskräftebedarfs und -angebots

Bei der Aufstellung des Arbeitsvoranschlags gilt es, mit dem vorhandenen Potential an Arbeitskräften die geplanten Unternehmensaktivitäten durchzuführen (F 9).

Formel 9

Zeichenerkärung:

AkBed(t) = Arbeitskräftebedarf im Monat t
AkAng(t) = Arbeitskräfteangebot im Monat t
t = 1 .. 12

Übersteigt in Arbeitsspitzen der erforderliche Arbeitskräftebedarf das Angebot, so stehen der Unternehmensleitung folgende Dispositionsmöglichkeiten offen:

  1. Geplante Maßnahmen in Perioden mit geringem Ak-Bedarf verschieben.
  2. Anwerben von Aushilfskräften zur Überbrückung des Defizits.

Der Arbeitsbedarf in Stunden berechnet sich in dem Modell CASHPLAN im Monat t nach folgender Gleichung:

Formel 10

Zeichenerklärung:

AkhBed(t) = Arbeitskraftbedarf in Stunden im Monat t
AkhBBod(i,t) = Arbeitskraftbedarf in Stunden im Produktionsprozeß i der Bodenproduktion im Monat t
AkhBTi(j,t) = Arbeitskraftbedarf in Stunden im Produktionsprozeß j der Tierhaltung im Monat t
AkhBSon(k,t) = Arbeitskraftbedarf in Stunden für die sonstige Unternehmensaktivität k im Monat t
t = 1 .. 12

Die Datenbasis für diese Berechnung wird aus den Produktionsplänen abgeleitet.

Der Nachfrage nach Arbeitskräften steht das Arbeitskräftepotential der Unternehmung gegenüber. Neben ständigen familieneigenen Arbeitskräften stehen der Unternehmensleitung bei der Planung auch festangestellte Lohnarbeitskräfte zur Verfügung. Die Berechnung des Arbeitsangebots zeigt Formel 11.

Formel 11

Zeichenerklärung:

AkhAng(t) = Angebot ständig verfügbarer Arbeitskräfte in Stunden im Monat t
AkhAFam(i,t) = Arbeitsangebot der Familienarbeitskraft i in Stunden im Monat t
AkhALoh(j,t) = Arbeitsangebot der Lohnarbeitskraft j in Stunden im Monat t
t = 1 .. 12

Für eine exakte Feststellung der verfügbaren Arbeitsstunden je Monat und Ak im Plan sind die Urlaubsansprüche der Arbeitskraft abzuziehen. Inwieweit darüber hinaus Sicherheitsabschläge für eventuelle Arbeitsausfälle vorgenommen werden, bleibt in das Ermessen des Betriebsleiters gestellt.

Als Saldo weist der Arbeitskräfteplan in CASHPLAN monatlich die Differenz der Summen Arbeitsbedarf und -angebot aus (F 12).

Formel 12

Zeichenerklärung:

sAkh(t) = Saldo der Arbeitskraftstunden im Monat t
AkhAng(t) = Arbeitsangebot in Stunden im Monat t
AkhBed(t) = Arbeitsbedarf in Stunden im Monat t
t = 1 .. 12

Stellt sich ein negativer Endbestand ein, so wird automatisch durch das System ein Ausgleich eingeleitet, der wertmäßig exakt dem Betrag AkhAng(t) - AkhBed(t) entspricht. Das Modell speichert diesen Wert in der Variablen AkhBSai(t) (Arbeitskraftbedarf Saison) ab. In der Praxis kann dieser Ausgleich durch Überstunden der vorhandenen Arbeitskräfte oder durch den Zukauf von Lohnarbeit erfolgen. Wie die Formel 13 zeigt nimmt das monatlich verfügbare Arbeitspotential immer Werte größer bzw. gleich Null an:

Formel 13

Zeichenerklärung:

sAkh(t) = Saldo der Arbeitskraftstunden im Monat t
t = 1 .. 12

Die Auswirkungen der Arbeitskräfteplanung auf den Finanzplan ergeben sich durch die entstehenden Lohnansprüche der Arbeitskräfte. Im Finanzplan werden sowohl die Monatseinkommen der festangestellten Mitarbeiter als auch die Löhne der Saisonarbeitskräfte verbucht. Für letztere ergeben sich die Löhne als Produkt von geleisteten Arbeitsstunden multipliziert mit dem Stundenlohn.

Formel 14

Zeichenerklärung:

LohnK(t) = Lohnkosten im Monat t
Gehalt(i,t) = Gehalt der festangestellten Arbeitskraft i im Monat t
AkhBSai(t) = Arbeitsstundenbedarf für Saisonarbeitskräfte im Monat t
Lohn(t) = Stundenlohn für Saisonarbeitskräfte im Monat t
t = 1 .. 12

4.5 Abbildung der monetären Ströme im Modell

4.5.1 Finanzplanung

4.5.1.1 Wesen der Finanzplanung und Inhalt der Finanzpläne

Neben der planerischen Vorausschau von Zahlungsströmen beinhaltet modernes Cash-Management vor allem die aktive Gestaltung der Zahlungsvorgänge. Die Zielsetzung, die die Unternehmensleitung anstrebt, kann wie folgt zusammengefaßt werden:

1. Sicherung der Unternehmensliquidität.

Oberste Priorität der Finanzplanung ist die Erhaltung der Unternehmensliquidität in jedem Zeitpunkt. Liquidität wird als eine Eigenschaft der Unternehmung aufgefaßt, ständig über ausreichende Zahlungsmittelbestände zu verfügen, um einen Ausgleich der Ein- und Auszahlungsströme bewirken zu können, so daß die folgende Ungleichung in jedem Zeitpunkt erfüllt ist:

Formel 15

Zeichenerklärung:

Zm(t) = Zahlungsmittel im Zeitpunkt t
Ez(t) = Einzahlungen im Zeitpunkt t
Az(t) = Auszahlungen im Zeitpunkt t
t = 1 .. T

Ist die Unternehmung nicht in der Lage, zwingend fälligen Verbindlichkeiten nachzukommen, so liegt Illiquidität vor. Illiquidität bedeutet Konkurs, d.h. das Ende der Unternehmung. Da die Einnahmen und Ausgaben im vorhinein nicht mit absoluter Sicherheit vorauszuschätzen sind, wird in der Praxis eine Mindestliquidität als Kassenbestand im Plan berücksichtigt (ORTH, 1961, S.90f).

2. Erhöhung der Unternehmensrentabilität.

Eine konsequente Finanzplanung leistet zusätzlich einen eigenen Beitrag zum Unternehmensgewinn. Weist der Finanzplan einen zu hohen Zahlungsmittelbestand (Überliquidität) aus, so wirkt dies negativ auf die Unternehmensrentabilität, da für diese Mittel nur eine geringe Verzinsung erzielt werden kann. Die Unternehmensleitung ist in diesem Fall gefordert, nach geeigneten Anlagemöglichkeiten auf dem Kapitalmarkt zu suchen. Besteht dagegen ein zusätzlicher Kapitalbedarf in der Unternehmung, so gilt es, diesen in wirtschaftlichster Weise zu decken. Hierfür können Mittel vom Kapitalmarkt beschafft, bestehende Forderungen vorverlegt, Ausgaben über Zahlungsziele gestreckt oder zusätzliche Einnahmen durch Verkäufe realisiert werden.

Je präziser die Aufstellung der Finanzpläne erfolgt, desto näher kann die Unternehmensleitung in ihren Dispositionen an die Grenze zwischen Ertragssteigerung und Gewinnverlust herangehen; dies wirkt rentabilitätssteigernd.

Die Höhe dieses Bestands wird zum einen durch die Kosten bestimmt, die durch das Brachliegen der Zahlungsmittel entstehen, und zum anderen durch den Schaden, der auftritt, wenn Auszahlungen nicht aus dem Zahlungsmittelbestand gedeckt werden können. Statt der Gleichung (F 15) gilt daher die Forderung:

Formel 16

Zeichenerklärung:

Zm(t) = Zahlungsmittel im Zeitpunkt t
Ez(t) = Einzahlungen im Zeitpunkt t
Az(t) = Auszahlungen im Zeitpunkt t
Lmin = Minimalliquidität
t = 1 .. T

Während die Gleichungen (F 15) und (F 16) Liquidität in jedem Zeitpunkt fordern (Zeitpunktliquidität), bildet das Modell die Finanzgrößen monatlich ab (Zeitraumliquidität; vgl. Abschnitt 4.2).

4.5.1.2 Integration der Finanzplanung mit der Erfolgsrechnung und der Bilanz

Eine isolierte Betrachtung des Liquiditätsziels läßt die engen Interdependenzen außer acht, die zwischen den Unternehmenszielen Gewinn, Liquidität und Wachstum bestehen. Bei der Planaufstellung ist die Kenntnis der Strukturbeziehungen zwischen den Einzelplänen nötig, da die Erreichung eines Ziels nicht ohne Einfluß auf die Erreichung anderer Ziele bleibt. In dem Modell CASHPLAN wird diesem Sachverhalt in der Weise Rechnung getragen, daß neben dem Finanzplan, die Plan-Bilanz und die Plan-Erfolgsrechnung abgebildet werden. Die beiden zeitraumbezogenen Rechnungen werden buchungstechnisch über die zeitpunktbezogene Bilanz miteinander verknüpft. In dem dreigliedrigen Rechnungssystem liefert die Finanzrechnung eine Kassenerhöhung (oder -verminderung) als Periodenliquiditätssaldo. Die Finanzrechnung erlaubt eine detaillierte Liquiditätslenkung. Indem sie nicht nur die Höhe des Liquiditätssaldos, sondern zusätzlich die Finanzierungsquellen ausweist, stellt sie ein Spezialinstrument zur Überwachung des Liquiditätsziels dar. Analog erlaubt die Gewinn- und Verlustrechnung eine exakte Beurteilung des Unternehmenserfolgs. Neben dem Saldo von Ertrag und Aufwand, dem Periodengewinn (oder -verlust), gibt die Erfolgsrechnung zusätzlich Rechenschaft über die Quellen des Erfolgs bzw. Verlusts. Als Mittler zwischen beiden Rechnungen steht die Bilanz. Sie nimmt seitenvertauscht beide Salden - den Gewinnsaldo der Erfolgsrechnung und den Liquiditätssaldo der Finanzrechnung - auf (CHMIELEWICZ, 1972, S.101). Die Bilanz kann demgemäß als Puffer zwischen GuV-Rechnung und Finanzplanung aufgefaßt werden, indem sie die Differenzen zwischen beiden Bereichen zum Ausgleich bringt. Diese Integration führt zu einer automatischen Abstimmung der verschiedenen Planungssysteme. Sämtliche Unternehmensaktivitäten können so mit ihrer Wirkung auf die drei Unternehmensziele Gewinn, Liquidität und Wachstum erfaßt und beurteilt werden. Anpassungsmaßnahmen in der güterwirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen Sphäre werden immer dann eingeleitet, wenn der Gesamtplan gegen eines der Unternehmensziele verstößt.

4.5.2 Finanzplan in dem Modell CASHPLAN

Abbildung 14

In dem Planungs- und Kontrollmodell CASHPLAN gliedert sich das Modul der Finanzplanung in fünf funktionale Teilpläne. Es handelt sich hierbei im einzelnen um:

Die quantitative Beziehung der finanziellen Bestands- und Bewegungsgrößen zeigt das Blockdiagramm in Abbildung 14. Auf die Beschreibung des formalen Aufbaus von Blockdiagrammen wird hier verzichtet (vgl.KUHLMANN, 1973, S.323). Die Einnahmen (Einn), resultierend aus dem Verkauf von Produkten der pflanzlichen (EinBod), tierischen (EinVie) und sonstigen Produktion (EinSon) sowie Einnahmen aus Desinvestitionen (EinDes) und Finanzeinnahmen (EinFin) werden zum Einnahmenstrom zusammengefaßt. Der Ausgabenstrom (Ausg) setzt sich aus dem Zukauf von Faktoren (AusBod, AusVie, AusSon), Investitionen (Invest) sowie reinen Finanzausgaben (FinAus) zusammen. Eingeräumte Zahlungsziele (ZZ) führen zu Nominalschulden bzw. Nominalforderungen. Das Ergebnis der Verzögerung in der Begleichung von Schulden durch Lieferanten bzw. durch das Unternehmen wird im Einzahlungs- und Auszahlungsplan erfaßt. Subtrahiert man von den Einnahmen einer betrachteten Periode t die tatsächlich realisierten Einzahlungen, so erhält man den Forderungszugang bzw. -abgang für diesen Zeitabschnitt. Wie das Blockdiagramm verdeutlicht, ergibt sich durch Integration der Salden der zu jedem Zeitpunkt t erreichte Forderungsbestand (Ford). Den Endbestand der Lieferantenverpflichtungen liefert die Integration der Salden von Ausgaben und Auszahlungen (Verb). Die Steuerung der Liquiditätsreserven wird von dem Modell vorgenommen. Sie setzen sich zusammen aus vorhandenen Zahlungsmittelbeständen (Zm) und zugesagter, aber nicht in Anspruch genommener Kreditlinie (KKKr). Übersteigen die Auszahlungen der Unternehmung in einer Periode den Zahlungsmittelbestand zuzüglich der erwarteten Einzahlungen, so wird, im Rahmen der vereinbarten Kreditlinie, Geld vom Kapitalmarkt beschafft (KKKrA Aufnahme Kontokorrentkredit). Besteht dagegen im Unternehmen ein Einzahlungsüberschuß, so wird dieser getilgt, sofern der Bestand an Kontokorrentkrediten positiv ist (KKKrT Tilgung Kontokorrentkredit). Entsprechend dem Kapitalmarktzins werden die Kosten des Kontokorrentkredits berechnet.

4.5.2.1 Einnahmen- und Ausgabenplan

Einnahmen und Ausgaben ergeben sich aus den Beziehungen zwischen der Unternehmung mit dem Absatzmarkt, dem Beschaffungsmarkt sowie dem Geld- und Kreditmarkt. Bevor der Einnahmen- und Ausgabenplan erörtert wird, soll zunächst der Zusammenhang zwischen Finanzplan, GuV-Rechnung und Bilanz dargelegt werden.

Einnahmen und Ausgaben zeigen entsprechend ihrem Charakter erfolgs-, liquiditäts- und/oder vermögenswirksame Wirkungen (CHMIELEWICZ, 1982, S.45ff). Die nicht erfolgswirksamen Finanzeinnahmen und Finanzausgaben sind grundsätzlich liquiditätswirksam; sie werden in der Finanzrechnung und der Bilanz verbucht. Gewährt die Unternehmung einen Kredit, so sinkt der verfügbare Zahlungsmittelbestand, und die Nominalforderungen werden erhöht. Die Kreditaufnahme dagegen erhöht die Liquidität und in gleichem Umfang die Nominalschuld des Unternehmens. Bei der Tilgung fallen umgekehrt Finanzeinnahmen bzw. -ausgaben an, und die Forderungen bzw. Verbindlichkeiten sinken. Die erfolgswirksamen Einnahmen und Ausgaben wirken unmittelbar auf die Unternehmensliquidität, wenn sie Zahlungsströme in Gang setzen. In diesem Fall besteht zwischen Einnahmen und Einzahlungen bzw. Ausgaben und Auszahlungen Zeitgleichheit, d.h. es handelt sich um Barkäufe bzw. Barverkäufe. Gütertransaktionen, die mit Zahlungsziel beschafft bzw. abgesetzt werden, weisen keine liquiditätswirksame Komponente auf. Erst durch die Begleichung der entstandenen Nominalschuld bzw. Nominalforderung, die in der Bilanz ausgewiesen wird, wirken solche Einnahmen und Ausgaben auf die Unternehmensliquidität. Der Produktverkauf wird außer im Finanzplan (Barzahlung) bzw. Bilanz (Zahlungsziel) zusätzlich als Ertrag in der Erfolgsrechnung gebucht. Auf der Beschaffungsseite sind dagegen gelagerte bzw. nicht gelagerte Betriebsmittel und Anlagenkäufe zu unterscheiden. Geht der Faktor unmittelbar in die Produktion ein, so wirkt der Zukauf auf Finanzplan (Barzahlung) bzw. Bilanz (Zahlungsziel) und Erfolgsrechnung. Soll das Betriebsmittel dagegen gelagert werden, so wird dieser Fall als Bestandserhöhung in der Bilanz dokumentiert. Im Verbrauchszeitpunkt entsteht ein Aufwand, der in der Erfolgsrechnung gebucht wird; gleichzeitig vermindert sich der Vermögensbestand in der Bilanz. Handelt es sich bei einem Produktionsfaktor um ein Investitionsgut, so erhöht ein Zukauf die entsprechende Vermögensposition. Die Abnutzung innerhalb des Produktionsprozesses mindert das Vermögen und erhöht in der Erfolgsrechnung als Abschreibung den Unternehmensaufwand.

Die Einnahmen der Mengenkonten leiten sich aus dem Absatzplan ab, indem die Verkaufsmenge für ein Produkt i im Monat t mit dem Preis zum entsprechenden Zeitpunkt P(i,t) multipliziert wird. Für alle DM-Konten werden die Einnahmen unmittelbar in diesem Modul erfaßt, wobei der Kontokorrentkredit im Bereich der Kapitalkonten eine Ausnahme bildet. Die Aufnahme bzw. Tilgung wird für dieses Konto von dem Modell gesteuert und unterliegt nur indirekt dem Einfluß des Betriebsleiters. Die Planung der sonstigen Einnahmen und Ausgaben kann, da diese Bereiche keine allzugroße Ausdehnung aufweisen, relativ gut überblickt werden. Die Einnahmen und Ausgaben in Kategorien mit wiederkehrenden Umsätzen, wie z.B. Pachten und Mieten, können mit Hilfe der bestehenden vertraglichen Abmachungen geplant werden. Im Modell CASHPLAN setzt sich der Einnahmenstrom in einem Monat t folgendermaßen zusammen:

Formel 17

Zeichenerklärung:

Einn(t) = Einnahmen im Monat t
EinBod(i,t) = Einnahmen aus der Bodenproduktion für das Produkt i im Monat t
EinVie(j,t) = Einnahmen aus der Viehhaltung für das Produkt j im Monat t
SonEin(k,t) = Sonstige Einnahmen für das Produkt k im Monat t
EinDes(l,t) = Einnahmen aus Desinvestition der Anlage l im Monat t
FinEin(m,t) = Einnahmen aus der Finanzanlage m im Monat t
t = 1 .. 12

Der Ausgabenstrom in einem Monat t errechnet sich über folgende Gleichung:

Formel 18

Zeichenerklärung:

Ausg(t) = Ausgaben im Monat t
AusBod(i,t) = Ausgaben in der Bodenproduktion für das Betriebsmittel i im Monat t
AusVie(j,t) = Ausgaben in der Viehhaltung für das Betriebsmittel j im Monat t
SonAus(k,t) = Sonstige Ausgaben für das Betriebsmittel k im Monat t
Invest(l,t) = Ausgaben für Investition der Anlage l im Monat t
FinAus(m,t) = Ausgaben für Finanzanlage m im Monat t
t = 1 .. 12

In dem Modell CASHPLAN findet auf der Einnahmenseite noch die Mehrwertsteuer und auf der Ausgabenseite die Vorsteuer Berücksichtigung. Beide Steuersätze werden extern durch den Anwender festgelegt. Die Berechnung der Werte nimmt das Modell selbständig vor. Im Bereich der Vorsteuer besteht für den Anwender die Möglichkeit, den Steuersatz für Investitionen und die übrigen Ausgaben unterschiedlich hoch zu gestalten. Bei der Mehrwertsteuer wird für alle Einnahmen ein einheitlicher Steuersatz zugrunde gelegt. Von der Mehrwertsteuer unberührt bleiben die Einnahmen aus Finanzanlagen. Keiner Vorsteuer unterliegen auf der Ausgabenseite Löhne sowie sämtliche Finanzausgaben. Während die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer den "sonstigen Einnahmen" zugerechnet werden, fallen die Ausgaben aus der Vorsteuer in die Position "sonstige Ausgaben". Die monatliche Berechnung der Einnahmen aus Mehrwertsteuern erfolgt gemäß der Gleichung:

Formel 19

Zeichenerklärung:

EMwst(t) = Einnahmen aus Mehrwertsteuern im Monat t
Einn(t) = Unternehmenseinnahmen im Monat t
FinEin(t) = Finanzeinnahmen im Monat t
Mwst = vereinbarter Mehrwertsteuersatz
t = 1 .. 12

Die Ausgaben, die die Vorsteuer verursacht, berechnen sich für den Monat t folgendermaßen:

Formel 20

Zeichenerklärung:

AVst(t) = Ausgaben wegen der Vorsteuer im Monat t
Ausg(t) = Unternehmensausgaben im Monat t
FinAus(t) = Finanzausgaben im Monat t
Löhne(t) = Lohnkosten für ständige und nicht ständige AK im Monat t
Vst = vereinbarter Vorsteuersatz
t = 1 .. 12

Wichtige liquiditäre Informationen liefert dieses Modul indem:

  1. Die monatlichen Einnahmen und Ausgabensalden ausgewiesen werden (F 21).
  2. Die Einnahmen und Ausgaben nach Kontenklassen gegliedert werden (F 22).
  3. Der Saldo, der im Planjahr erwarteten Einnahmen und Ausgaben errechnet wird (F 23).

Während die monatlichen Einnahmen- und Ausgabensalden Ansatzpunkte für die spätere Steuerung der Einzahlungs- und Auszahlungsströme liefern, gibt eine Listung der Einnahmen und Ausgaben nach Kontenklassen ein rasches Bild über den Liquiditätsbeitrag der betreffenden Klasse. Die kumulierten Einnahmen- und Ausgabensalden zeigen den finanziellen Spielraum der Unternehmung auf einen Blick.

Formel 21

Formel 22

Formel 23

Zeichenerklärung:

sEA(t) = Einnahmen-Ausgaben Saldo im Monat t
Einn(t) = Einnahmen im Monat t
Ausg(t) = Ausgaben im Monat t
t = 1 .. 12
EA(i,12) = Einnahmen bzw. Ausgaben der Kontenklasse i am Ende der Planperiode
EA(i,t) = Einnahmen bzw. Ausgaben der Kontenklasse i im Monat t
sEAK(12) = Saldo der Jahreseinnahmen und -ausgaben

4.5.2.2 Einzahlungs- und Auszahlungsplan

Einzahlungen und Auszahlungen gehen immer mit einer Veränderung der Unternehmensliquidität einher. Einzahlungen bedeuten einen Kapitalzufluß, Auszahlungen einen Kapitalabgang. Wie in den vorangegangenen Abschnitten dargelegt, besteht bei Vernachlässigung der Zeitkomponente zwischen Einnahmen und Einzahlungen bzw. Ausgaben und Auszahlungen wertmäßig kein Unterschied. Einzahlungen und Auszahlungen stellen vielmehr die zeitverzögerte Umsetzung der korresponierenden Aktion dar. Der zeitliche Abstand zwischen der Entstehung der Forderung und der Begleichung der bestehenden Schuld wird in dem Modell CASHPLAN als ganzzahliger Wert erfaßt. Die folgenden Gleichungen (F 24) und (F 25) geben diesen Sachverhalt wieder.

Formel 24

Formel 25

Zeichenerklärung:

Einz(i,t) = Einzahlung für das Konto i im Monat t
Ausz(i,t) = Auszahlung für das Konto i im Monat t
Einn(i,t-) = Einnahme für das Konto i im Monat t-
Ausg(i,t-) = Ausgabe für das Konto i im Monat t-
i = 1 .. I
t = 1 .. 12
= -, .. , -1, 0, 1, .. ,

Je nachdem, ob es sich bei der Zahlung um eine Vorauszahlung, Barzahlung oder Zielzahlung handelt, nimmt negative oder positive Werte bzw. den Wert Null an. Ist ungleich Null, d.h. Einzahlung und Einnahme bzw. Auszahlung und Ausgabe fallen zeitlich auseinander, so wird dieser Sachverhalt gemäß der Doppik als Nominalschuld bzw. Nominalforderung in der Bilanz verbucht. Der Strom der Einzahlungen berechnet sich für den Monat t wie folgt:

Formel 26

Zeichenerklärung:

Einz(t) = Einzahlungen im Monat t
EinzBod(i,t) = Einzahlungen aus der Bodenproduktion für das Produkt i im Monat t
EinzVie(j,t) = Einzahlungen aus der Viehhaltung für das Produkt j im Monat t
SonEinz(k,t) = Sonstige Einzahlungen für das Produkt k im Monat t
EinzDes(l,t) = Einzahlungen wegen Desinvestition der Anlage l im Monat t
FinEinz(m,t) = Einzahlungen aus der Finanzanlage m im Monat t
KunEinz(t) = Einzahlungen von Forderungen gegen Kunden im Monat t
t = 1 .. 12

Die Auszahlungen eines Monats t lassen sich über die nachstehende Formel berechnen:

Formel 27

Zeichenerklärung:

Ausz(t) = Auszahlungen im Monat t
AuszBod(i,t) = Auszahlungen in der Bodenproduktion für das Betriebsmittel i im Monat t
AuszVie(j,t) = Auszahlungen in der Viehhaltung für das Betriebsmittel j im Monat t
SonAusz(k,t) = Sonstige Auszahlungen für das Betriebsmittel k im Monat t
Invest(l,t) = Auszahlungen für die Beschaffung der Anlage l im Monat t
FinAusz(m,t) = Auszahlungen für die Finanzanlage m im Monat t
AuszVerb(t) = Auszahlungen für Lieferantenverbindlichkeiten im Monat t
t = 1 .. 12

Die Datenaufbereitung folgt in diesem Modul dem Beispiel des Einnahmen-Ausgabenplans. Neben den Spalten und Zeilensummen wird der kumulierte Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen dargestellt. Während das erste Ergebnis, die Spaltensumme, den Zahlungsmittelüberschuß bzw. -bedarf für die einzelnen Monate zeigt (F 28), spiegelt die Zeilensumme die Bedeutung der einzelnen Kontenklasse für die Unternehmensliquidität wieder (F 29). Von besonderem planerischen Interesse ist die letzte Größe, der kumulierte Saldo der Einzahlungs- und Auszahlungsströme. Dieses Resultat verkörpert einen wichtigen Indikator für die Liquiditätsentwicklung der Unternehmung im Planjahr (F 30).

Formel 28

Formel 29

Formel 30

Zeichenerklärung:

sEzAz(t) = Saldo der Einzahlungen und Auszahlungen im Monat t
Einz(t) = Einzahlungen im Monat t
Ausz(t) = Auszahlungen im Monat t
t = 1 .. 12
EzAz(i,12) = Einzahlungen/Auszahlungen der Kontengruppe i zum Ende der Planperiode
EzAz(i,t) = Einzahlungen/Auszahlungen der Kontengruppe i im Monat t
sEzAzK(12) = Saldo der Jahreseinzahlungen und -auszahlungen

4.5.2.3 Plan der Verbindlichkeiten gegen Lieferanten und Forderungen gegen Kunden

Die Kombination des Einnahmen- und Einzahlungsplans bzw. des Ausgaben- und Auszahlungsplans führt unter Berücksichtigung der zugehörigen Anfangsbestände zu den aktuellen Plänen der Kundenforderungen und Lieferantenverbindlichkeiten. Die Berechnung der Forderungs- und Verbindlichkeitsbestände für einen Monat t erfolgt gemäß der Gleichung:

Formel 31

bzw.

Formel 32

Zeichenerklärung:

Ford(t) = Forderungen im Monat t
Ford(t-1) = Anfangsbestand der Forderungen
Einn(t) = Einnahmen im Monat t
Einz(t) = Einzahlungen im Monat t
Verb(t) = Verbindlichkeiten im Monat t
Verb(t-1) = Anfangsbestand der Verbindlichkeiten
Ausg(t) = Ausgaben im Monat t
Ausz(t) = Auszahlungen im Monat t
t = 1 .. 12

Die Größen Verb(t) und Ford(t) stellen wichtige Indikatoren der Unternehmensliquidität dar. Hohe Forderungen seitens der Unternehmung gegenüber Kunden bedeuten, daß entsprechend den vereinbarten Geschäftsbedingungen in nächster Zukunft Geldeingänge zu erwarten sind. Umgekehrt zieht ein hoher Bestand an Verbindlichkeiten Auszahlungen nach sich, wodurch der Zahlungsmittelbestand des Unternehmens reduziert wird. Forderungen und Verbindlichkeiten können daher als Barometer der künftigen Bargeldliquidität aufgefaßt werden. Die Entwicklung beider Größen ist mit entsprechender Aufmerksamkeit zu verfolgen.

4.5.2.4 Planung der Zahlungsmittelbestände

Die Planung der Zahlungsmittelbestände befaßt sich nicht nur mit den Bargeldbeständen der Unternehmung, sondern gleichfalls mit dem Buchgeld, das dem Unternehmen in liquider Form zur Verfügung steht, wie etwa Bank- oder Postscheckkonten. Die Gründe für Kassenhaltung lassen sich nach Keynes auf das Transaktions-, das Vorsichts- und das Spekulationsmotiv zurückführen (zit. nach SÜCHTING, 1984, S.431). Transaktions- und Vorsichtsmotiv stehen bei der Betrachtung in der vorliegenden Arbeit im Mittelpunkt. Die Transaktionskasse der Unternehmung dient der Begleichung der laufenden prognostizierten Auszahlungen. Da jede Prognose mit einem Fehler behaftet ist, der wie bereits dargelegt, besonders in dem Finanzierungsbereich von äußerster Tragweite ist, trägt die "Vorsichtskasse" zur Stabilität des Zahlungsgebarens der Unternehmung bei. Kassenhaltung aus spekulativen Gesichtspunkten erfolgt vor dem Hintergrund, plötzlich auftretende günstige Kapitalanlagen zu nutzen.

Die Unternehmung kann fälligen Zahlungsverpflichtungen nur mit Primärliquidität nachkommen. Das muß nicht bedeuten, daß nur solche Zahlungsmittel Gegenstand der Kassenhaltung sind. Wie bereits angedeutet, können darüber hinaus auch abgeleitete Nominalgüter (Forderungen), die nicht in Anspruch genommene Kreditlinie und Realgüter mit in die Liquiditätsüberlegungen der Betriebsleitung einbezogen werden. Die Notwendigkeit der jederzeitigen Disponibilität legt nahe, die Betrachtung auf den kurzfristigen Bereich (Umlaufvermögen und kurzfristige Kredite) zu konzentrieren. Die Bestände an Wirtschaftsgütern sind, wie bereits angesprochen, als Bestandteile des Produktionsprozesses sachlich und zeitlich determiniert. Es ist daher falsch, eine unmittelbare Liquidierung der Realgüter zu unterstellen. Liquiditätspolitische Entscheidungen dieser Art dürfen sich nur auf Positionen beziehen, deren Veräußerung die Betriebsbereitschaft nicht stören. Im Gegenteil sollten Verbundwirkungen zum Betriebsgeschehen vermieden werden, also die Unabhängigkeit zum Produktionsapparat hoch sein. Diese Forderung trifft in hohem Maße auf Finanzanlagen im kurzfristigen Bereich und den Kontokorrentkredit zu. Obwohl der Forderungsbestand gegen Kunden als wichtige Quelle für den Kassenbestand anzusehen ist, kann diese Position von seiten des Managements nicht nur aus finanzpolitischen Gesichtspunkten beurteilt werden. Vielmehr muß hier beachtet werden, daß der Lieferantenkredit neben Preispolitik, Distributionspolitik und Werbung ein wichtiges Instrument der Absatzförderung darstellt. Die Vorverlegung von Zahlungszielen übt einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf den Umsatz der Unternehmung aus. Will man die Entwicklung der Forderungsbestände unter dem Gesichtspunkt steuern, daß sich zusätzlich entstehende Kosten solange lohnen, wie diesen entsprechende Erträge gegenüberstehen, so kommen als Variablen im Agrarbereich vornehmlich Skontosatz und Skontofrist in Frage. Umgekehrt verschafft sich die Unternehmensleitung Liquiditätsspielraum, indem sie ihrerseits Zahlungsziele bei Lieferanten wahrnimmt. Die Verzögerung der Zahlung wird von der Unternehmensleitung mit steigendem Skontosatz und abnehmender Skontofrist nachlassen. Ein niedriger Skontosatz und eine entsprechend ausgedehnte Skontofrist lassen dagegen eine verzögerte Zahlung der Verbindlichkeit in günstigerem Licht erscheinen.

Wie die eingangs abgebildeten Formeln (F 15) und (F 16) zeigen, ist ein negativer Zahlungsmittelbestand nicht zulässig. Kann das Unternehmen die geplanten Auszahlungen nicht mit den eingehenden Einzahlungen abdecken, so leitet das Modell selbsttätig einen Ausgleich über die Aufnahme von Fremdmitteln ein. Für diese Kontokorrentkredite berechnen sich auf der Basis des vereinbarten Marktzinses die monatlichen Kosten dieser Finanzierungsquelle gemäß der Gleichung (F 33).

Formel 33

Zeichenerklärung:

KZins(t) = Zinskosten im Monat t
KKKr(t) = Kontokorrentkredit im Monat t
MZins = Vereinbarter Marktzins
t = 1 .. 12

Der Umfang und die Zusammensetzung der unmittelbar verfügbaren finanziellen Mittel bestimmen sich entsprechend der Kosten der einzelnen Liquiditätsquellen; hierzu zählen die Kosten für die Aufnahme von Fremdkapital bzw. der Verlust an Zinseinnahmen durch Liquidierung von Forderungen oder Finanzanlagen. Die Berechnung des Zahlungsmittelbestands erfolgt nach der Formel:

Formel 34

Zeichenerklärung:

Zm(t) = Zahlungsmittelbestand im Monat t
Zm(t-1) = Zahlungsmittelanfangsbestand
Kzug(t) = Kapitalzugang im Monat t
Kabg(t) = Kapitalabgang im Monat t
t = 1 .. 12

Abbildung 15

Der Kapitalzugang in einem Zeitabschnitt t (t=1..12) resultiert aus den aktiv geplanten Einzahlungsströmen durch den Betriebsleiter sowie aus den Kreditströmen, die selbständig von dem System beschafft wurden. Die Komponente Kapitalabgang beinhaltet neben den geplanten Auszahlungen zusätzlich Auszahlungen für Kredittilgungen.

Die Steuerung des Zahlungsmittelbestands zeigt Abbildung 15. Im Moment eines negativen Zahlungsmittelbestands (Zm) beschafft das Modell selbsttätig Kapital am Markt in entsprechender Höhe. Verstößt die zusätzliche Mittelbeschaffung (KKKr) gegen die vereinbarte Kreditlinie (KrLin), so muß der Betriebsleiter entsprechende Anpassungsmaßnahmen im Plan vornehmen. Umgekehrt bewirkt ein positiver Bestand an Zahlungsmitteln die Tilgung des Kontokorrentkredits.

4.6 Aufwands- und Ertragsplanung

In der Aufwands- und Erfolgsplanung findet die Verrechnung des gesamten in der Unternehmung verbrauchten und bewerteten Input mit dem hervorgebrachten bewerteten Output eines Rechnungszeitraums statt. Der Saldo aus Aufwand und Ertrag stellt den Unternehmensgewinn bzw. -verlust der Periode dar. Der Gewinn-und Verlustrechnung kommt innerhalb des Modells CASHPLAN eine hervorragende Kontrollfunktion zu. Indem hier die Einnahmen- und Ausgabenströme mit den monetär bewerteten naturalen Bestandsgrößen kombiniert werden, läßt das Planungs- und Kontrollsystem Aussagen über den Unternehmenserfolg zu. Die Konsequenzen der einzelnen Teilpläne auf das Unternehmensoberziel Gewinn werden somit deutlich. Neben dieser Globalbeurteilung liefert die Erfolgsrechnung zusätzliche, detaillierte Informationen über die Herkunft der Unternehmenserträge und -aufwendungen. Sie gestattet der Unternehmensleitung eine exakte Beurteilung der einzelnen Produktionsbereiche hinsichtlich ihres Beitrags zum Unternehmenserfolg.

Die Erfolgsrechnung grenzt den Erfolg verschiedener Perioden voneinander ab, indem sie in jeder Periode nur solche Aufwendungen und Erträge erfaßt, die auch in dieser Periode angefallen sind. Der Ertrag läßt sich für die einzelnen Positionen der Erfolgsrechnung aus den Einnahmen bzw. der Aufwand aus den Ausgaben über folgende Gleichungen berechnen:

Formel 35

und

Formel 36

Zeichenerklärung:

Ertrag (i) = Ertrag der Kontengruppe i
Einnahmen(i) = Einnahmen für die Produkte der Kontengruppe i
PMehr (i) = Bestandsmehrung für die Produkte der Kontengruppe i
PMind (i) = Bestandsminderung für die Produkte der Kontengruppe i
Aufwand (i) = Aufwand der Kontengruppe i
Ausgaben(i) = Ausgaben für die Betriebsmittel der Kontengruppe i
B_Mehr (i) = Bestandsmehrung für die Betriebsmittel der Kontengruppe i
B_Mind (i) = Bestandsminderung für die Betriebsmittel der Kontengruppe i

Die formale Gestaltung der Gewinn- und Verlustrechnung steht in engem Zusammenhang mit den Kontrollaufgaben. Aus vertikaler Sicht werden alle Kontengruppen angesprochen, wobei auf der Ertragsseite zusätzlich folgende Zwischensummen ausgewiesen werden:

Die drei ersten Komponenten der Ertragsseite werden ihrerseits zum Zweckertrag der Unternehmung zusammengefaßt. Dem gegenüber zeigt die vertikale Gliederung der Aufwandsseite die entsprechenden Kontengruppen mit den Zwischensummen:

Die Komponenten Aufwand Boden, Aufwand Vieh und der sonstige Unternehmensaufwand bilden den Zweckaufwand des Unternehmens.

Die horizontale Gliederung der Erfolgsrechnung folgt der rechentechnischen Ableitung des Ertrags bzw. Aufwands aus den Einnahmen bzw. Ausgaben. Betrachtet man zunächst die Ertragsseite, so wird hier eine Bestandsmehrung für ein Produkt (j) in dem Planungsintervall verbucht, sobald der Saldo aus Zugang (Erzeugung, Zukauf) und Abgang (Verbrauch, Verkauf) einen Wert größer als Null annimmt. In diesem Fall gilt die Gleichung:

Formel 37

Zeichenerklärung:

Zugang(j,t) = mengenmäßiger Zugang des Produkts j im Monat t
Abgang(j,t) = mengenmäßiger Abgang der Produkts j im Monat t
j = 1,2 .. J

Liegt der umgekehrte Fall vor, d.h. es stellt sich in dem betrachteten Intervall für das Produkt (j) ein negativer Wert ein, so liegt ein Bestandsabbau vor. Die Bestandsentwicklung wird kontenweise gespeichert. Die wertmäßige Bestandsänderung für die einzelnen Kontengruppen berechnet sich nach den Formeln:

Formel 38

bzw.

Formel 39

Zeichenerklärung:

PMehr (i) = Wertmäßige Mehrung in der Kontengruppe i
PMind (i) = Wertmäßige Minderung in der Kontengruppe i
PMehr(j(i)) = Mengenmäßiger Zugang des Produkts j der Kontengruppe i
PMind (j(i)) = Mengenmäßiger Abgang des Produkts j der Kontengruppe i
Preis (j,12) = Preis je Einheit des Produkts j im Monat 12
i = 1 .. I

Eine Mehrung des Lagerbestands bewirkt eine Steigerung des Unternehmensertrags um genau diesen Betrag; der Unternehmensertrag fällt geringer aus als die Einnahme sobald für das Produkt ein Bestandsabbau festgestellt wird. Nehmen Zugang und Abgang für ein Konto betragsmäßig gleich große Werte an, so bedeutet dies, daß der Bestand des Produkts innerhalb der Periode unverändert bleibt. Der Ertrag in der Periode entspricht dem Wert der Einnahme. Die monetäre Bewertung einer Mengeneinheit eines Produkts (j) erfolgt auf der Basis des Plan-Preises im letzten Monat der Planperiode (t=12). Für Produkte der pflanzlichen und tierischen Produktion wird methodisch nach demselben Prinzip verfahren. Dieses Verfahren stellt sich bei der Bewertung der Viehbestände nicht unproblematisch dar, da für Tiere unterschiedlicher Qualität einer Gruppe gleiche Preise veranschlagt werden. In die Kategorie der sonstigen Erträge fallen alle Konten der Kontenklasse 9. Bestandsänderungen für diese Klasse werden unmittelbar in dem Modul GuV-Planung eingegeben. Neben den Erträgen der pflanzlichen, tierischen und sonstigen Produktion werden in der GuV-Rechnung neutrale Unternehmenserträge erfaßt. Hierbei handelt es sich um betriebsfremde, zeitraumfremde oder außerordentliche Erträge. Der Unternehmensertrag einer Periode resultiert aus folgenden Teilsummen:

   Ertrag Bodenproduktion
 + Ertrag Viehaltung
 + sonstiger Unternehmensertrag
 + neutraler Unternehmensertrag

 = SUMME ERTRAG

Auf der Aufwandsseite wird zunächst für jedes Betriebsmittel der Kontenklassen 4 und 5 die mengenmäßige Bestandsänderung ermittelt. Entsprechend der Formel (F 37) wird ein positiver Jahressaldo als Bestandsmehrung und ein negativer Saldo als Bestandsminderung gebucht. Eine Bestandsmehrung reduziert den Unternehmensaufwand; eine Bestandsabnahme erhöht den Aufwand. Entsprechend der Formel (F 40) wird die Erhöhung der Betriebsmittelbestände kontengruppenweise zusammengefaßt.

Formel 40

Im Falle des Lagerbestandsabbaus für das entsprechende Betriebsmittel wird die Gleichung (F 41) zur Berechnung von B_Mind(i) herangezogen.

Formel 41

Zeichenerklärung:

BMehr(i) = Wertmäßige Mehrung in der Kontengruppe i
BMind(i) = Wertmäßige Minderung in der Kontengruppe i
BMehr(j(i)) = Mengenmäßiger Zugang des Betriebsmittels j der Kontengruppe i
BMind (j(i)) = Mengenmäßiger Abgang des Betriebsmittels j der Kontengruppe i
Preis (j,12) = Preis je Einheit des Betriebsmittels j im Monat 12
i = 1 .. I

Wurde im Verlauf der Planperiode der Lagerbestand für ein Betriebsmittel aufgestockt, so liegt der Aufwand für diese Position um diesen Zuwachs niedriger als die Ausgabe. Im umgekehrten Fall, es hat ein Betriebsmittelabbau stattgefunden, liegt der Aufwand um den entsprechenden Betrag höher als die Ausgabe. Wird am Ende der Planperiode ein Betriebsmittelbestand in gleicher Höhe ermittelt wie zu Beginn, so nehmen Aufwand und Ausgabe für diese Position den gleichen Wert an. Die monetäre Bewertung der Bestandsmehrung bzw. -minderung erfolgt mit dem Zukaufspreis im 12. Monat des Planungshorizonts. Die Anlagenplanung wird in dem Modell CASHPLAN nicht explizit vorgenommen. Unternehmensabschreibungen werden als Bestandsminderung unmittelbar in der GuV-Rechnung durch den Anwender eingetragen. Eine Aufschlüsselung der Abschreibungen erfolgt in der Weise, daß die Abschreibungen für Maschinen, Gebäude, Dauerkulturen und Bodenverbesserungen getrennt erhoben werden.

Formel 42

Zeichenerklärung:

AAbschr = Abschreibungen
AMasch = Abschreibungen Maschinen
AGeb = Abschreibungen Gebäude
ADkul = Abschreibungen Dauerkulturen
ABod = Abschreibungen Bodenverbesserungen

Der gesamte Unternehmensaufwand setzt sich aus folgenden Zwischensummen zusammen:

   Aufwand Bodenproduktion
 + Aufwand Viehaltung
 + sonstiger Unternehmensaufwand
 + neutraler Unternehmenswand

 = SUMME AUFWAND

4.7 Bilanzplanung

In der Bilanz werden Unternehmensvermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) zu einem bestimmten Stichtag, dem Bilanzstichtag, ausgewiesen. Aktiv- und Passivseite einer Bilanz befinden sich immer im Gleichgewicht, unabhängig von der Struktur des Vermögens sowie des Kapitals.

Das Vermögen umfaßt die Gesamtheit der im Betrieb eingesetzten Güter und Geldmittel. Die Gliederung der Aktiva erfolgt für landwirtschaftliche Unternehmen in Anlagevermögen, Viehvermögen und Umlaufvermögen.

Die Passivseite zeigt die Summe der Unternehmensverpflichtungen gegenüber den Beteiligten für Eigenkapital und den Gläubigern für Fremdkapital. Entsprechend der Fristigkeit gliedert sich das Gläubigerkapital in lang-, mittel- und kurzfristiges Fremdkapital. Enthält die Vermögensseite Einnahmen, für die noch keine Leistung erbracht wurde, so ist dies - sofern dieser Sachverhalt nicht als Verbindlichkeit verbucht wurde - in der Position "passive Rechnungsabgrenzung" festzuhalten.

Die Bilanz liefert somit Informationen über Kapitalherkunft und Kapitalverwendung. Bei der Bilanzbeurteilung im Rahmen einer liquiditätsorientierten Planung stehen die Kapitalstruktur und die horizontale Bilanzstruktur im Vordergrund. Indem das Unternehmensvermögen entsprechend seiner Affinität zum Kapital und das Kapital bezüglich seiner Fristigkeit gegliedert werden, gibt die Bilanz Aufschluß über Liquidität, Rentabilität und Stabilität des Unternehmens. Um in dieser Richtung aussagefähige Zahlen bereitzustellen, findet eine Aufbereitung der Bilanz in Kennzahlen statt. Die Gegenüberstellung bestimmter Vermögens- und Kapitalpositionen, in der horizontalen Bilanzanalyse, führt zu Aussagen über die Zahlungsfähigkeit des Betriebs (SÜCHTING, 1984, S.366ff; SCHIERENBECK, 1981, S.474ff). Vertikale Strukturkennzahlen ergänzen die horizontalen Kennzahlen, indem sie die Verschuldungspolitik der Unternehmung offenlegen. CASHPLAN unterstützt die Nutzung der Kennzahlen zur Darstellung und Analyse der Unternehmenspläne, indem dem Modellanwender die Freiheit eingeräumt wird, jede gewünschte Formel (Kennzahl) in dem Modell berechnen zu lassen. Inwieweit dieses Instrument eingesetzt wird, und welche Schlüsse gezogen werden, bleibt in das Ermessen der Unternehmensleitung gestellt.

Neben den Bestandsgrößen, Anfangs- und Endbilanz, weist die in CASHPLAN implementierte Bilanz für die einzelnen Bilanzpositionen die zugehörigen Bewegungsgrößen Zugang und Abgang aus (F 43).

Formel 43

Zeichenerklärung:

Aktiva(i,12) = Endbestand Aktiva der Bilanzposition i
Akt(i,0) = Anfangsbestand Aktiva der Bilanzposition i
AktZ(i,t) = Zugang Aktiva der Bilanzposition i im Monat t
AktA(i,t) = Abgang Aktiva der Bilanzposition i im Monat t
i = 1 .. I

Der Wert der Aktiva zum Ende der Planperiode berechnet sich nach der Formel:

Formel 44

Zeichenerklärung:

Aktiva(12) = Endbestand Aktiva
Akt(0) = Anfangsbestand Aktiva
AktZ(i,12)  = Zugang Aktiva der Bilanzposition i am Ende der Planperiode
AktA(i,12)  = Abgang Aktiva der Bilanzposition i am Ende der Planperiode

Neben dem Anfangsbestand, dem Zugang und Abgang innerhalb des Planungszeitraums werden zusätzlich die Zwischensummen für Anlagevermögen, Viehvermögen, Umlaufvermögen und Rechnungsabgrenzungen gebildet. Durch Zusammenfassung dieser vier Werte gelangt man zu den gewünschten aggregierten Größen, über die sich dann das Aktiva der Schlußbilanz bestimmen läßt.

Die Aufstellung der Passiva vollzieht sich nach demselben Schema. Zunächst wird für die einzelnen Bilanzpositionen der Jahresendbestand aus Anfangsbestand, Zugang und Abgang ermittelt (F 45).

Formel 48

Zeichenerklärung:

Passiva(i,12) = Endbestand Passiva der Bilanzposition i
Pas(i,0) = Anfangsbestand Passiva der Bilanzposition i
PasZ(i,t) = Zugang Passiva der Bilanzposition i im Monat t
PasA(i,t) = Abgang Passiva der Bilanzposition i im Monat t

Aus den entsprechenden Bilanzpositionen werden die Zwischensummen Eigenkapital, Fremdkapital und Rechnungsabgrenzungen gebildet. Für den Wert der Passiva am Jahresende gilt folgende Gleichung:

Formel 46

Zeichenerklärung:

Passiva(12) = Endbestand Passiva
Pas(0) = Anfangsbestand Passiva
PasZ(i,12) = Zugang Passiva der Bilanzposition i am Ende der Planperiode
PasA(i,12) = Abgang Passiva der Bilanzposition i am Ende der Planperiode

4.8 Plan-Ist-Vergleich

Jede Planung erfüllt ohne Kontrolle nicht ihren Zweck. Mit anderen Worten: Jede Planung ist nur so gut wie die Kontrolle und die daraus resultierenden Maßnahmen. Der Kontrolle wird daher von der Unternehmensleitung entscheidende Bedeutung im Rahmen des Regelkreises "Planen - Realisieren - Kontrollieren" beigemessen.

Vor dem Hintergrund des kybernetischen Regelkreises fällt der Kontrolle im Rahmen des Plan-Ist-Vergleichs die Aufgabe zu, den Realisierungsgrad der Unternehmenspläne festzustellen, Abweichungen zu analysieren und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Die Kontrollvorgänge stellen einen die Realisierungsphase ständig begleitenden Prozeß dar, wobei im Modell CASHPLAN der Vergleich monatlich erfolgt. Der Schwerpunkt der Kontrolle ist weniger in der Feststellung von Planabweichungen zu sehen als vielmehr in der Beeinflussung der Unternehmenszukunft. Der Kontrollprozeß gliedert sich in vier Phasen:

  1. Erhebung der Istdaten.
  2. Vergleich der Plan- und Istwerte.
  3. Analyse der Abweichung.
  4. Konzeption geeigneter Maßnahmenbündel.

Nicht alle Differenzen zwischen Plan- und Istdaten können der Realisierungsphase angelastet werden. Die Gründe für Abweichungen können auch in der Planung liegen. Unrealistische Planzahlen sind auf ihre Ursachen hin zu untersuchen. Unvorhersehbare Entwicklungen sind ein Risiko jeder Planung und nicht zu vermeiden. Die Analyse realisierter Abweichungen vermag aber die Kenntnisse über betriebliche Zusammenhänge zu erweitern und auf diese Weise die folgenden Planungen effizienter zu gestalten.

In dem entwickelten Modell besteht für den Anwender im Plan-Ist-Vergleich nicht nur die Möglichkeit, einzelne Konten, Kontengruppen oder Kontenklassen miteinander in Beziehung zu setzen, sondern darüber hinaus neue Kenngrößen durch Verknüpfung von Einzelkonten, Kontengruppen und Klassen sowie Konstanten zu bilden und diese mit entsprechenden Ist-Daten zu vergleichen. Diese Freiheit der Kennzahlenbildung bietet dem Betriebsleiter folgende Möglichkeiten:

  1. Die Plan-Daten des Modells CASHPLAN können so aufbereitet werden, daß sie mit beliebigen Ist-Daten anderer Programme in Beziehung gesetzt werden können. Voraussetzung hierfür ist, daß die Zusammensetzung des Ist-Werts bekannt ist, und CASHPLAN über die entsprechenden Informationen verfügt.
  2. In dem Plan-Ist-Vergleich können Kennzahlen gebildet werden, die einen schnellen und zuverlässigen Einblick in das betriebliche Geschehen vermitteln.

Ein perfektes Kontrollsystem müßte praktisch alle Daten der Unternehmung laufend messen und auf verdächtige Entwicklungen untersuchen. Da ein solches Verfahren wirtschaftlich nicht vertretbar ist, kommt der Auswahl der Daten, die einem Plan-Ist-Vergleich unterzogen werden sollen, eine besondere Bedeutung zu. Kontrollrechnungen müssen bevorzugt für solche Daten betrieben werden, von deren Eintreffen der Unternehmenserfolg in besonderem Maße abhängt. Die Auswahl der Daten richtet sich nach der individuellen Struktur der Unternehmung.

Zunächst sollte sich der Betriebsleiter an Hand einiger weniger aggregierter Werte Klarheit über den Stand der Planrealisierung verschaffen. Den Schwerpunkt dieser Daten liefern Finanzplan, GuV-Rechnung sowie die Bilanz. Um möglichst dicht an die Ursachen und Quellen der Planabweichungen heranzukommen, sind weitere Kontrollrechnungen mit den Daten der Mengen- und Preispläne durchzuführen. Erst diese detaillierten Kontrollen erlauben dem Betriebsleiter exakte Aussagen zu treffen und über entsprechende Maßnahmen regelnd einzugreifen. Die mathematische Abbildung der Abweichungen erfolgt auf zweierlei Weise:

- absolute Abweichung:

Abweichung = Istwert - Planwert

- prozentuale Abweichung:

Istwert - Planwert

Abweichung = * 100

Planwert

Bei der Plandatenpräsentation innerhalb des Plan-Ist-Vergleichs kann zwischen der nicht kumulierten und der kumulierten Ausgabe der Plandaten gewählt werden. Verfolgt man die Realisierung des Unternehmensvoranschlags im Zeitablauf, so ist dessen Periodisierung in diskrete Abschnitte zu berücksichtigen. Werden absolute und relative Abweichungen je Monat ausgewiesen, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß geplante Maßnahmen entweder bereits im vorhergehenden Zeitabschnitt verwirklicht wurden bzw. im folgenden Planungsabschnitt eintreffen werden. Die Folge sind hohe monatliche Abweichungen, deren Ursache in der willkürlichen Fixierung des Zeitrahmens zu sehen ist. Um solche Fehlinformationen auszuschließen, ist die Kontrolle der Daten in einer kumulierten Auswertung vorzüglich. Diese Methode der Datenaufbereitung bewirkt eine starke Dämpfung einperiodischer Schwingungen.

5 ZUSAMMENFASSUNG

Ziel des vorliegenden Beitrags ist gewesen, die Entwicklung eines computergestützten, dynamischen Modells aufzuzeigen, das den Betriebsleiter bei der Planung und Kontrolle der naturalen, arbeitswirtschaftlichen und monetären Ströme unterstützt. Der Betrachtungszeitraum hierfür beträgt ein Jahr. Die wichtigsten Aufgaben des Modells CASHPLAN können einmal darin gesehen werden, Entscheidungen vorzubereiten indem Entscheidungsalternativen realitätsnah durchgespielt werden, und andererseits getroffene Entscheidungen in dem angeschlossenen Plan-Ist-Vergleich zu kontrollieren. Dieses Modell soll durch Information und ökonomische Beurteilung alle die Aktivitäten der Bereiche anregen und fördern, die nachhaltig den besten Ertrag für das Unternehmen versprechen.

Da Unternehmensplanung und Unternehmenskontrolle ein geschlossenes Gesamtsystem darstellen, ist zunächst das Planungssystem skizziert und CASHPLAN als ein Element dieses Systems identifiziert worden.

Den ersten Schritt der Annäherung an das zu verwirklichende Modell bildet die Ist-Analyse. Bei der Modellbeschreibung wird unter Berücksichtigung der Funktions-und Leistungsmerkmale besondere Aufmerksamkeit auf die Modelleigenschaften Flexibilität und Bedienungsfreundlichkeit gelegt. Die Flexibilität des Programms äußert sich darin, daß jeder beliebige Betrieb und jeder Produktionsprozeß ohne Eingriff in die Programmstruktur abgebildet werden kann.

Das Ergebnis des Forschungsprojektes, das Computerprogramm, steht im Mittelpunkt des 3. Kapitels. Einige Auswertungen werden an einem einfachen Beispiel vorgeführt.

Das Modellkonzept wird vollständig im 4. Kapitel abgebildet. Das in Kapitel 2 vorgestellte Grobkonzept wird hier präzisiert. Das Ergebnis dieses Prozesses stellt ein in sich geschlossenes mathematisches Modell dar. Die Ergebnispläne, das sind die Bestandsrechnung, die Arbeitsrechnung, der Finanzplan sowie die Erfolgsrechnung und die Bilanz dienen der Überprüfung der Zielerreichung. Während die Bestandsrechnung die naturale Entwicklung der Betriebsmittel und Produkte im Planungszeitraum offenlegt, zeigt die Arbeitsrechnung, ob ein geplantes Produktionsprogramm mit der gegebenen Arbeitskapazität realisiert werden kann. In dem differenzierten Finanzplan werden sämtliche monetären Bestände und Bewegungen im Planungszeitraum abgebildet. Aufschluß über die Liquiditätsentwicklung geben der Zahlungsmittel- und Kreditplan. Der Einnahmen-Ausgabenplan bzw. Einzahlungs-Auszahlungsplan geben die Wirkung der einzelnen Beschaffungs- und Absatzmaßnahmen für die Unternehmensliquidität wieder. Die Darstellung der Ergebnisse des Finanzplans erfolgt detailliert für Einzelkonten und aggregiert auf der Ebene der Kontengruppen bzw. Kontenklassen. Während die komprimierte Darstellung der Ergebnisse einen schnellen Überblick über die Unternehmensliquidität schafft, legen die differenzierten Tabellenausgaben die Ursachen bestimmter Entwicklungen offen. Neben der Liquidität ist die Rentabilität Voraussetzung für den Bestand der Unternehmung. Aus diesem Grund kann sich ein Unternehmensplanungsmodell nicht allein auf die Abbildung der Liquidität beschränken, sondern muß gleichfalls den Rentabilitätsgesichtspunkt mit in die Betrachtung einbeziehen. Im vorliegenden Beitrag wird die Wirkung der geplanten Maßnahmen auf den Unternehmensgewinn in der Erfolgsrechnung abgebildet. Die Bilanz zeigt dem Betriebsleiter die Wirkung der geplanten Aktivitäten auf die Vermögens- und Kapitalstruktur. Vor dem Hintergrund des finanziellen Gleichgewichts sind die horizontale Bilanzstruktur sowie die vertikale Kapitalstruktur von hervorragender Bedeutung.

Da Planung ohne Kontrolle wirkungslos bleibt, wird die Planrealisation von einer ständigen Überwachung begleitet. Um den Arbeits- und Zeitaufwand in Grenzen zu halten, wird der Plan-Ist-Vergleichs nicht für alle Konten durchgeführt. Der Anwender definiert Konten, Kontengruppen und Kontenklassen einzeln oder kombiniert, für die im weiteren monatlich Ist-Daten ermittelt und den Plan-Daten gegenübergestellt werden. Planabweichungen können frühzeitig erkannt und durch entsprechende Maßnahmen geregelt werden. Die Plan-Daten gelten im weiteren als Soll-Werte, was insbesondere in Betrieben mit Lohnarbeitskräften günstige Leistungskontrollen für die Unternehmensleitung schafft.

Mit CASHPLAN wird ein effizientes Planungs-und Kontrollinstrument zur Verfügung gestellt. In der Vergangenheit scheiterte die Aufstellung des Unternehmensvoranschlags häufig daran, daß die komplizierten Unternehmensbeziehungen nur unter hohem Arbeitsaufwand auf dem Papier abgebildet und verändert werden konnten. CASHPLAN bietet dem Landwirt die Möglichkeit, das betriebliche Geschehen schnell und sicher zu erfassen und durch Parametervariationen die Reaktion des Unternehmens auf veränderte Datenkonstellationen zu testen.

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Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
  1.1 Das Problem
  1.2 Abgrenzung der Begriffe Planung, Unternehmensvoranschlag und Budget
  1.3 CASHPLAN als Bestandteil eines umfassenden Planungs- und Kontrollsystems
  1.4 Methodische Vorgehensweise

2 INHALTLICHE GESTALTUNG DES VORANSCHLAGSMODELLS
  2.1 Ist-Analyse
  2.2 Leistungsumfang von CASHPLAN

3 DER PRAKTISCHE EINSATZ DES MODELLS

4 KONZEPT DES COMPUTERGESTÜTZTEN PLANUNGS- UND KONTROLLSYSTEMS CASHPLAN
  4.1 Ablauf des Modelleinsatzes
  4.2 Zeitpunkt oder Zeitraumliquidität
  4.3 Theorie der Kontenpläne
      4.3.1 Aufbau des Kontenrahmens
      4.3.2 Arten der Kontenpläne
  4.4 Abbildung des betrieblichen Mengen- und Preisgerüsts
      4.4.1 Betrieblicher Preisplan
      4.4.2 Produktionspläne im Modell CASHPLAN
      4.4.3 Beständeplanung
            4.4.3.1 Beschaffungsplan
            4.4.3.2 Planung der Absatzaktivitäten
      4.4.4 Planung des Arbeitskräftebedarfs und -angebots
  4.5 Abbildung der monetären Ströme im Modell
      4.5.1 Finanzplanung
            4.5.1.1 Wesen der Finanzplanung und Inhalt der Finanzpläne
            4.5.1.2 Integration der Finanzplanung mit der Erfolgsrechnung und der Bilanz
      4.5.2 Finanzplan in dem Modell CASHPLAN
            4.5.2.1 Einnahmen- und Ausgabenplan
            4.5.2.2 Einzahlungs- und Auszahlungsplan
            4.5.2.3 Plan der Verbindlichkeiten gegen Lieferanten und Forderungen gegen Kunden
            4.5.2.4 Planung der Zahlungsmittelbestände
  4.6 Aufwands- und Ertragsplanung
  4.7 Bilanzplanung
  4.8 Plan-Ist-Vergleich
5 ZUSAMMENFASSUNG

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung 1: Leistungsumfang des Planungs- und Kontrollmodells CASHPLAN
Abbildung 2: Aufbau des Planungsmoduls in CASHPLAN
Abbildung 3: Produktionsplan Schweinemast
Abbildung 4: Beständeplanung für Konto Schlachtschweine und Futtergerste
Abbildung 5: Finanzplanung: Liquiditätsverlauf
Abbildung 6: Finanzplanung: Einzahlungen/Auszahlungen
Abbildung 7: Finanzplanung: Kontokorrentkredit und Kreditlinie
Abbildung 8: Einfluß auf den Liquiditätsverlauf durch Schwan-kungen im Mengengerüst
Abbildung 9: Aufstellung des Unternehmensgesamtplans gegliedert in einzelne Phasen
Abbildung 10: Ablaufschema der rückblickenden Kontrolle im Modell CASHPLAN
Abbildung 11: Kontenklassen und Kontengruppen im Modell CASHPLAN
Abbildung 12: Zusammenfassung der einzelnen Produktionspläne auf Produktebene und Kontenebene
Abbildung 13: Flußdiagramm zur Berechnung des Lagerend-bestandes für Betriebsmittel
Abbildung 14: Quantitative Abbildung des Finanzbereichs
Abbildung 15: Steuerung des Zahlungsmittelbestands durch das System CASHPLAN