Arbeitszeitbedarf für Betriebsführung

Roland Forster

Die derzeit vorhandenen Daten zum Arbeitszeitbedarf für Betriebsführung sind zum größten Teil veraltet. Auch die Aussagekraft neuerer Untersuchungen ist begrenzt, da nur Großbetriebe in den Neuen Ländern untersucht wurden und die Ergebnisse trotz vergleichbarer Betriebsstrukturen große Abweichungen zeigen. Hinzu kommt, dass sie als Planungsinstrument nur bedingt tauglich sind, da es nicht möglich ist sie zur Ableitung erwarteter Zeiten für neu zu planende Betriebszweige zu verwenden. Aus diesen Gründen ist die Verwendung einer neuen Methodik notwendig, die an der Professur für Unternehmensforschung und Informationsmanagement entwickelt wird. Sie erlaubt es, durch flexible Gestaltung auf betriebliche Besonderheiten einzugehen und zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen.
Dafür wurde die bisherige grobe Untergliederung der dispositiven Arbeiten erweitert und verfeinert, so dass einzelne Arbeitsgänge für Prozessführungs- und Betriebsführungsverfahren festgelegt werden konnten. Diese Arbeitsarten wurden in einer
Befragung von 34 landwirtschaftlichen Unternehmen von 26 bis 4129 ha LF im gesamten Bundesgebiet überprüft. In Absprache mit der projektbegleitenden Arbeitsgruppe, die aus Vertretern verschiedener Beratungsinstitutionen besteht, wurden diese nochmals auf die spätere Eignung für die landwirtschaftliche Beratung untersucht. Die vorgesehene Festlegung von Kapazitäten für die einzelnen Funktionen zur Berechnung von Zeitwerten einzelner Arbeitsgänge wird erst nach der zweiten Befragung möglich sein, da es hier sehr viele Einflussfaktoren gibt, die nur schwierig berücksichtigt werden können. Generell hat der Betriebsleiter durch seine Organisationsfähigkeit und die Art und Weise seiner Entscheidungsfindung einen großen Einfluss auf den Zeitbedarf der dispositiven Arbeiten.
In einer zweiten Befragung werden für die Prozessführungsverfahren der Schweinemast und der Getreideproduktion sowie für das Betriebsführungsverfahren "Arbeitsdisposition" konkrete Zeiten erhoben. Ziel ist es, die Abhängigkeit des Zeitbedarfs von der jeweiligen Produktionskapazität festzustellen und zu quantifizieren.
Klaus Hank, 28.09.2014
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