Preisrisikooptimierung im landwirtschaftlichen Unternehmen

Uwe Steffin

Landwirtschaftliche Unternehmen sind einem Erlösrisiko ausgesetzt, das eine Ertrags- sowie eine Preiskomponente beinhaltet. Dieses Risiko ist durch mikro- und makroökonomische Entwicklungen seit etwa Mitte der 1980er Jahre angestiegen und überschreitet in einem zunehmenden Anteil an Unternehmen mittlerweile eine Existenz gefährdende Schwelle. Mit der Mehrgefahrenversicherung (Ertragsrisikokomponente) und der Warenterminbörse (Preisrisikokomponente) stehen dem Landwirt in Zukunft zwei neue Instrumente zur Risikosteuerung zur Verfügung, deren Einsatz es zu optimieren gilt.
Die bezüglich der Preisrisikoabsicherung über die Warenterminbörse in der Literatur für die Schlachtschweineproduktion vorgeschlagene Strategie der fristen- und mengenkongruenten Absicherung der Kassaposition an der Warenterminbörse ist nur für einen absolut risikoaversen Unternehmer risikooptimal.
Andere Strategien finden heute in der landwirtschaftlichen Praxis jedoch kaum Anwendung, da die Durchführung risikooptimaler Warentermingeschäfte eine zeitaufwändige und komplexe Managementtätigkeit ist, im landwirtschaftlichen Familienunternehmen aber keine zusätzlichen personellen Ressourcen vorhanden sind und der börsentheoretische Hintergrund in der Regel fehlt. Auch ist die Anwendung risikooptimaler Strategien bisher nicht über eine entsprechende Software automatisierbar.
Um dem Landwirt ein Instrument zur Durchführung risikooptimaler Preisabsicherungsstrategien zur Verfügung zu stellen, wird derzeit an der Professur für Unternehmensforschung und Informationsmanagement ein Entscheidungsunterstützungssystem erstellt, das nach Auswahl einer Absicherungsstrategie auf Basis aktueller Termin- und Kassakursinformationen Handlungsempfehlungen berechnet. Nach Abschluss der Überprüfung des Programms wird dieses interessierten Landwirten über das Internet zur Verfügung gestellt werden.
Klaus Hank, 28.09.2014
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