Das Studium der Agrarwissenschaften führt nicht in die Arbeitslosigkeit

Peter Wagner

Die Situation für Universitätsabsolventen des Studiengangs Agrarwissenschaften ist so günstig wie seit langem nicht. Gab es für manche Absolventen vor 10-15 Jahren noch Schwierigkeiten, nach dem Studium einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden, kann davon heute keine Rede mehr sein. Die Gründe sind zweierlei:
Einerseits ist die Zahl der Studienanfänger und somit der Absolventen, in den letzten 20 Jahren stetig zurück gegangen. Andererseits ist die Nachfrage nach Agrarfachkräften wesentlich weniger stark gesunken, vielfach sogar konstant geblieben. Sogar für den Staatsdienst werden heute wieder Absolventen gesucht.

Arbeitslose

Dies schlägt sich unmittelbar auch in der Arbeitslosenstatistik für hochqualifizierte Universitätsabsolventen in Westdeutschland nieder. In der Abbildung ist die Entwicklung verschiedener Gruppen von Arbeitslosen, die in etwa den Studiengängen der TU München entsprechen, der Jahre 1990 bis 2000 dargestellt. Für die Agrarwissenschaften ist ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. Die Agrarwissenschaften sind die einzige Gruppe für die die Zahl der Arbeitslosen in 2000 geringer ist als im Jahr 1990. Sie beträgt im September 2000 nur noch 60% im Vergleich zu September 1990!
Auch von der allgemein ungünstigen Entwicklung für Akademiker ab 1991 sind die Agrarwissenschaftler weitgehend verschont geblieben. Dies kennzeichnet deutlich die günstige Entwicklung für diese Berufsgruppe.
Zieht man die bundesweit immer noch niedrigen Studienanfängerzahlen für Agrarwissenschaften in Betracht, kann die Prognose gewagt werden, dass sich die Arbeitsmarktsituation für Absolventen dieses Studienganges in Zukunft noch weiter verbessern dürfte.
Klaus Hank, 28.09.2014
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