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Die Vitrine
- PC-Museum -

Geschichte der "Vitrine"


Herbst 1998

Als im Herbst 1998 wieder die Aussonderung einiger Rechner anstand, unterhielten Peter Wagner und ich (Klaus Hank) uns so nebenbei darüber, dass es eigentlich schade ist, die Sachen - und seien sie auch unbrauchbar - zu entsorgen. Manche Gedanken verflüchtigen sich offenbar nicht einfach, sondern setzen sich fest. Als mich Herr Wagner nach kurzer Zeit wieder auf dieses Thema ansprach, führte ich ihn zu meinem Schrank, in dem ich seit Jahren alle noch brauchbaren (und teilweise auch unbrauchbare) Komponenten aus ausgesonderten Rechnern aufbewahrte. Eine Fundgrube! Herr Wagner war so begeistert, dass wir schon kurze Zeit später überlegten, in welcher Form wir ausgewählte Exponate präsentieren könnten. Eine Vitrine musste her!

Die Suche nach einer gebrauchten, nicht mehr benötigten Vitrine auf dem Kampus führte leider zu keinem brauchbaren Resultat, so dass wir beschlossen, eine zu kaufen. Und so wälzten wir Kataloge, bis wir schließlich ein für uns erschwingliches Exemplar fanden, bestellten, herbeischafften und aufbauten.

So weit, so gut, aber - was sollte nun eigentlich hinein? Welche Komponenten waren besonders ausstellungswürdig? Wie sollten die Exponate angeordnet werden? Zunächst sollten von jeder Prozessorgeneration (PC, XT, AT, 386er, 486er, Pentium) jeweils eine Hauptplatine ausgestellt werden. Dies war bei AT, 386er und 486er kein Problem. Leider hat unsere Professur - wohl als finanziellen Gründen - nie einen PC besessen. Hier half uns die Firma ECD Computertechnik (Am Ziegelstadel 5, 84072 Au/Hallertau), die noch einige PC-Boards im Keller hatte, wovon uns freundlicherweise eines zur Verfügung gestellt wurde. Zudem überlies uns ECD Computertechnik einige geöffnete Prozessoren sowie eine geöffnete Festplatte und gewährte uns damit tiefe Einblicke in das Innenleben eines Rechners. Ärgerlich war, dass wir unsere XTs, zwei Olivetti M24, vor kurzem ausgeschrieben und abgegeben hatten, so dass wir jetzt über kein Exemplar mehr verfügten. Auf die Ausstellung eines Pentiums wollten wir vorerst verzichten, da diese derzeit noch benötigt werden. Nachdem wir aus unserem Bekanntenkreis noch mehr Exponate, unter anderem eine 8"-Diskette, zusammengetragen hatten, füllten wir unsere Vitrine ein erstes mal.

Eine Vitrine macht nur Sinn, wenn jemand reinguckt! Also müssen wir dafür sorgen, dass jemand reinguckt. Als Medium der Wahl für's gucken erscheint uns ausgangs des zwanzigsten Jahrhunderts das Internet geeignet. So beschließen wir, unsere Exponate zu photographieren und in's Web zu stellen. Schon müssen unsere Doktoranden Scheinwerfer anschleppen und eine erste Photosession mit Herrn Wagners guter alter Minolta wird abgehalten. Ergebnis: Licht OK aber alles unscharf! Also eine zweite Sitzung, diesmal mit meiner modernen Canon mit Autofokus. Ergebnis: Alles scharf aber zu dunkel! Ohne zu sehr auf Einzelheiten des Photographierens einzugehen, lässt sich festhalten, dass es gar nicht so einfach ist, kleine Objekte relativ nahe mit großer Schärfentiefe und ausreichender Beleuchtung abzubilden. Bei Verwendung des Blitzes kommt es leicht zu störenden Reflexionen, bei Aufnahmen ohne Blitz werden die Verschlusszeiten relativ lang was sich in einem Gelbstich äußert. Vielleicht werden wir die Aufnahmen im Frühling bei ausreichend Tageslicht wiederholen. Vorerst begnügen wir uns mit dem Ergebnis einer dritten Sitzung, wieder mit Herrn Wagners Minolta.

Nächstes Problem: Die Photos müssen eingescannt werden. Wir bitten Herrn Köbler vom Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus, uns mit deren lehrstuhleigenem Scanner einige Photos einzuscannen, was dieser (der Herr Köbler und der Scanner) auch bereitwillig tut. Leider hat sich dabei zu unserem Gelbstich noch ein Grünstich gesellt, so dass das Ergebnis nicht zufriedenstellen kann. Es bleibt nur eins: Ein eigener Scanner muss her!

Kurze Zeit später sind wir im Besitz eines eigenen Scanners und es kann losgehen. Trotz eines sehr guten Scanners (Sieger in verschiedenen Tests) und umfangreicher Pixel-Manipulationen führt das Einscannen der Photos nicht an's gewünschte Ziel. Schließlich legen wir einige Chips direkt auf den Scanner und siehe da - erstklassige Bilder! Wir werden immer verwegener und legen am Ende sogar ganze Hauptplatinen auf den Scanner - es funktioniert. Leider sind manche Hauptplatinen größer als das Scannerfenster, so dass wir zwei oder gar vier Teilbilder anfertigen und diese hinterher zu einem Gesamtbild zusammenfügen (was nur geht, wenn das Objekt für alle Teilbilder in genau dem gleichen Winkel auflag!).

Für die Präsentation im Web müssen nun die entsprechenden HTML-Seiten erzeugt werden. Hierfür benötigen wir als erstes ein Logo. Die bekannte Freisinger Künstlerin Ulrike Weise (Dürnast 1, 85354 Freising) stellt uns hierfür kostenlos die Kreidezeichnung einer Vitrine zur Verfügung. Schon geht es ans Erstellen der HTML-Seiten. Zunächst die Farben: vitrinengelb und platinengrün. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber mir gefällt es.

Da ich selbst die Entwicklung vom XT (1985) bis heute miterlebt habe und dabei programmierenderweise bis zu den Prozessorregistern vorgedrungen bin, nehme ich mir vor, einige Sätze zur PC-Entwicklung zu schreiben. Dabei wird mir rasch klar, wie viel ich schon wieder vergessen oder nie gewusst habe. So bleibt denn auch das Kapital PC-Entwicklung vorerst rudimentär. Ich setze dabei auch auf Sie, liebe Leserin / lieber Leser: Wissen Sie noch wie viele MIPS ein 8088 leistete, wie viele ein 80286 mit 10 MHz und wie viele ein 80386 mit 20 MHz? Oder haben Sie sich vielleicht einen Original-PC gekauft? Wenn ja, wann und zu welchem Preis? Für solche und ähnliche Angaben wäre ich Ihnen dankbar.

Frühjahr 1999

Nachdem die ersten Webseiten generiert und veröffentlicht sind, geht die Geschichte erst richtig los: Mehr Exponate und mehr Informationen müssen her! Also begeben wir uns in unserem Bekanntenkreis und auf dem Campus auf die Suche. Und tatsächlich ist hier noch einiges zu finden. So sind wir nach kurzer Zeit wieder im Besitz eines Olivetti M24. Herr Wagner tut irgendwo ein 8"-Floppylaufwerk auf und Herr Reiner von der Lehreinheit Ackerbau und Informatik im Pflanzenbau überlässt uns gar einen kompletten Original-IBM-XT Modell 5160.

Auch die Jagd nach Informationen im Internet und in Computerzeitschriften zeigt erste Erfolge und ich mache mich an die Geschichte der Prozessorentwicklung. Herr Wagner ist der Meinung, dass die Texte im Multimedia-Zeitalter aufgenommen und für die Lesefaulen zum Abhören bereitgestellt werden sollten. Und englisch wäre auch nicht schlecht, und bairisch ...

Exponate suchen und zerlegen, Photographieren, Scannen, Recherchieren, Texte schreiben, Texte sprechen, neue Webseiten einbinden, Links warten. Das ganze entwickelt sich immer mehr zur Vollzeitbeschäftigung. Nur gut, dass ich sonst nichts zu tun habe!

 

  Klaus Hank (19.05.2000) [ Home ] [ Sitemap ] [ Galerie ] [ Top